{"id":1137,"date":"2017-02-17T19:37:06","date_gmt":"2017-02-17T17:37:06","guid":{"rendered":"http:\/\/annekatrinpuhle.de\/blog\/?page_id=1137"},"modified":"2017-02-17T23:21:40","modified_gmt":"2017-02-17T21:21:40","slug":"new-title-in-german-4","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/annekatrinpuhle.de\/blog\/?page_id=1137","title":{"rendered":"Buchbeitrag: Geister der Goethezeit"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/annekatrinpuhle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Gespenster-blau.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1075 aligncenter\" alt=\"Gespenster blau\" src=\"http:\/\/annekatrinpuhle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Gespenster-blau-225x300.jpg\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/annekatrinpuhle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Gespenster-blau-225x300.jpg 225w, https:\/\/annekatrinpuhle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Gespenster-blau.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a><\/p>\n<p><b>Annekatrin Puhle<\/b>: <b>Geister der Goethezeit.<\/b>\u00a0In: Moritz Bassler, Bettina Gruber und Martina Egelhaaf (Hgg) : Gespenster. Erscheinungen \u2013 Medien \u2013 Theorien. W\u00fcrzburg: K\u00f6nigshausen &amp; Neumann, 2005, S.77-90. 356 pp., EUR 48. ISBN 3 \u2013 8260 \u2013 2608 \u2013 X<\/p>\n<p align=\"center\"><b>Geister der Goethezeit<\/b><\/p>\n<p>Geistererscheinungen geh\u00f6ren keineswegs der Vergangenheit an. Sie sind universell wie aktuell. Mehr als die H\u00e4lfte der Bev\u00f6lkerung in Industriel\u00e4ndern hat heute schon einmal eine geisterhafte Erscheinung gehabt. Doch was ist ein Geist? Auf diese Kernfrage werden zehn klassische Antworten gegeben, die im Laufe der Jahrhunderte gefunden wurden. Untrennbar verbunden mit diesen Erkl\u00e4rungsversuchen ist die Frage nach der Art der Wahrnehmung von Geistern. Hier sind fast alle bekannten Sinne beteiligt, denn Geister k\u00f6nnen nicht nur gesehen, geh\u00f6rt, gerochen oder gesp\u00fcrt werden, sondern ihre Anwesenheit kann auch mithilfe eines Gef\u00fchls, einer Ahnung oder eines \u201cinneren Sinnes\u201d registriert werden. Die Studie m\u00fcndet in die Frage nach dem Wert von Erscheinungen: Sind Geister Unterhaltungsobjekte und bedeutungslose Phantasieprodukte? Die vorgestellten Gedankeng\u00e4nge werden anhand von Beispielen aus der Goethezeit illustriert.<\/p>\n<p>\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014-<\/p>\n<p>Abbildung: Edith Wei\u00df, Wien: Blumenstrau\u00df voller Geister. 1998.<\/p>\n<p>\u201c<i>O gibt es Geister in der Luft,<\/i><\/p>\n<p><i>Die zwischen Erd\u2019 und Himmel herrschend weben,<\/i><\/p>\n<p><i>So steiget wieder aus dem goldnen Duft<\/i><\/p>\n<p><i>Und f\u00fchrt mich weg, zu neuem buntem Leben.<\/i>\u201d<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Streifzug durch die Geisterwelt der Goethezeit soll unter f\u00fcnf Aspekten geschehen:<\/p>\n<p>I \u00a0 Geister als Weltb\u00fcrger<\/p>\n<p>II \u00a0 Was ist ein Geist?<\/p>\n<p>III \u00a0 Geister und Sinne<\/p>\n<p>IV \u00a0 Geister zum Spa\u00df?<\/p>\n<p>V \u00a0 Geist und Sinn<\/p>\n<p><b>I \u00a0 Geister als Weltb\u00fcrger<\/b><\/p>\n<p>\u201c<i>Man mu\u00df nur in die Fremde gehen, um das Gute kennenzulernen, was man zu Hause besitzt<\/i>\u201d,<\/p>\n<p>lauten die Worte Goethes an Franz Kirms aus dem Jahr 1797, die sich ohne weiteres auf Geister \u00fcbertragen lassen.<\/p>\n<p>Welche Geister besitzt etwa der M\u00fcnsterl\u00e4nder? Wir lesen bei Annette von Droste-H\u00fclshoff, die nach ihren eigenen Worten ein \u201c<i>Stockwestfale, n\u00e4mlich ein M\u00fcnsterl\u00e4nder<\/i>\u201d ist:<\/p>\n<p>\u201c<i>Der M\u00fcnsterl\u00e4nder ist \u00fcberhaupt sehr abergl\u00e4ubisch, sein Aberglaube aber so harmlos wie er selber. Von Zauberk\u00fcnsten wei\u00df er nichts, von Hexen und b\u00f6sen Geistern wenig, obwohl er sich sehr vor dem Teufel f\u00fcrchtet, jedoch meint, da\u00df dieser wenig Veranlassung finde, im M\u00fcnsterlande umzugehen. Die h\u00e4ufigen Gespenster in Moor, Heide und Wald sind arme Seelen aus dem Fegefeuer, deren t\u00e4glich in vielen tausend Rosenkr\u00e4nzen gedacht wird, und ohne Zweifel mit Nutzen, da man zu bemerken glaubt, da\u00df die \u201cSonntagsspinnerin\u201d ihre blutigen Arme immer seltener aus dem Geb\u00fcsche streckt, der \u201cdiebische Torfgr\u00e4ber\u201d nicht halb so kl\u00e4glich mehr im Moore \u00e4chzt und vollends der \u201ckopflose Geiger\u201d seinen Sitz auf dem Waldstege g\u00e4nzlich verlassen zu haben scheint.<\/i>\u201d<\/p>\n<p>Geister gibt es nicht nur im M\u00fcnsterland, sie sind echte Weltb\u00fcrger, auch wenn sie nicht \u00fcberall in der gleichen Aufmachung erscheinen \u2013 ebensowenig, wie dies Menschen zu zu tun pflegen. Geister gibt es nicht nur \u00fcberall, sie sind auch alt, jahrtausendealt, so alt, wie die Menschheit selbst. Ebenso alt ist auch die Frage, was es damit denn wirklich auf sich hat. Alle Aufkl\u00e4rung und technischer Fortschritt haben es bis heute nicht vermocht, Geister ein f\u00fcr alle mal aus dem menschlichen Leben zu verbannen. Diese Peinlichkeit ist wohl einer der besten Gr\u00fcnde daf\u00fcr, da\u00df kaume eine\/r es wagt, seinen Glauben an Geister offen einzugestehen. In der Goethezeit w\u00e4re dies weniger schlimm gewesen als heute, denn:<\/p>\n<p>\u201c<i>Wer keinen Geist hat, glaubt nicht an Geister<\/i>\u201d,<\/p>\n<p>sprach Goethe zu dem Kanzler Friedrich von M\u00fcller am 15. Mai 1823. Geister gibt es und gab es, nur finden sie keinen richtigen Platz in dieser Welt und werden auf verschiedene Ebenen verschoben, denn sie einfach in der schlichten Realit\u00e4t zu belassen, bereitet dem Geist der heutigen Zeit Unwohlsein. Es werden typische Fragen aufgeworfen, wenn sich der menschliche Verstand mit dem Erscheinen von Geistern konfrontiert sieht:<\/p>\n<p>Geh\u00f6ren sie in diese Welt oder in eine andere?<\/p>\n<p>Sind sie real oder irreal?<\/p>\n<p>Sind sie sichtbar oder unsichtbar,<\/p>\n<p>feinstofflich oder gar nicht stofflich?<\/p>\n<p>Sind sie objektiv oder subjektiv?<\/p>\n<p>Esixtieren sie \u00fcberhaupt?<\/p>\n<p>Dies sind Fragen \u00fcber Fragen, die zeigen, wie unpassend Geister erscheinen. Eines ist jedenfalls gewi\u00df: Geistererscheinungen sind weder Geschichte noch Geschichten, auch wenn manche von ihnen Geschichte machen.<\/p>\n<p>Rund 60% der Bev\u00f6lkerung in Industriel\u00e4ndern haben in ihrem Leben schon einmal eine paranormale, geisterhafte Erscheinung erlebt. Alles nur Phantasie und Einbildung? Oder lassen sich solche Erscheinungen irgendwie mit der Realit\u00e4t verkn\u00fcpfen? Fakt ist weiter, da\u00df 10% im Wachzustand und ohne Einflu\u00df von Drogen eine \u201c<i>lebendige, realistische Halluzination einer Person<\/i>\u201d gehabt haben, wobei 0,5% dieser Erscheinungen mit dem Tod der halluzinierten Person zusammenfielen. Dieser scheinbar kleine Wert liegt jedoch im Verh\u00e4ltnis zur H\u00e4ufigkeit von Todesf\u00e4llen statistisch gesehen weit \u00fcber der Zufallserwartung. Eine italienische Untersuchung von Geistererscheinungen ergab, da\u00df einer von sechs Todesf\u00e4llen von einer paranormalen Erfahrung eines Familienmitgliedes des Verstorbenen begleitet wurde, und eine Studie des isl\u00e4ndischen Psychologie-Professors Erlendur Haraldsson hat gezeigt, da\u00df in einem Drittel der F\u00e4lle die Gegenwart und das Aussehen der betreffenden Erscheinung von au\u00dfenstehenden Beobachtern bezeugt werden konnte. Es f\u00e4llt daher schwer, Geisterscheinungen daher keineswegs als blo\u00dfe Phantasie zu entwerten.<\/p>\n<p>Im Laufe der letzten sechs Jahre habe ich \u00fcber 2000 deutschsprachige B\u00fccher \u00fcber Geister an Bibliotheken in Deutschland, \u00d6sterreich, England und Schweden ausfindig gemacht, die teils reine Forschungsbibliotheken, Staats- und Stadtbibliotheken, Priesterseminare, Kloster- und Schlo\u00dfbibliotheken sind oder zu Universit\u00e4ten geh\u00f6ren, darunter die Herzog-August Bibliothek in Wolfenb\u00fcttel, die Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar, die Bibliothek des Klosters Beuron, die Bibliotheken der Priesterseminare in Speyer und Trier, die Bayerische Staatsbibliothek in M\u00fcnchen, die Bibliotheken des \u201cInstituts f\u00fcr Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene\u201d in Freiburg i.Br. und des \u201cInstituts f\u00fcr Grenzgebiete der Wissenschaft ind Insbruck\u201d, ferner die \u00d6sterreichische Nationalbibliothek in Wien, die Klosterbibliothek Melk (\u00d6sterreich), die Bibliothek der schwedischen Gesellschaft f\u00fcr Parapsychologie in Stockholm, die<i>Harry-Price-Library<\/i>\u00a0in London und die\u00a0<i>UniversityLibrary<\/i>\u00a0in Cambridge u.v.a. mehr, d.h.insgesamt \u00fcber zwanzig verschiedenen Bibliotheken.<\/p>\n<p>\u201c<i>Der Deutsche schrieb von jeher sehr flei\u00dfig<\/i>\u201d, stellt Conrad Georg Horst ganz richtig fest, selbst Autor eines unaussch\u00f6pflichen Geister-Kompendiums, der ber\u00fchmten sechsb\u00e4ndigen \u201c<i>Zauber-Bibliothek<\/i>\u201d, erschienen 1821-26. Es ist eines der drei gro\u00dfen Geister-Klassiker aus der Goethezeit, die ich Ihnen hier vorstellen m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Der evangelische Pfarrer, Kirchenrat und Geheimrat Georg Conrad Horst aus Lindheim, Hessen, (1769 bis 1832) geh\u00f6rt zu denjenigen Wissenschaftlern, die zu ihrer Zeit und, wie wir heute sehen k\u00f6nnen, auch dar\u00fcber hinaus, den \u00dcberblick \u00fcber die Geisterszene der Goethezeit hatten, Doch: \u201c<i>Was ist denn nun ein Gespenst?<\/i>\u201d fragt Horst und kommt zu dem nachvollziehbaren Schlu\u00df, da\u00df \u201c<i>trotz des allgemeinen V\u00f6lkerglaubens an Gespenster, im ganzen weiten Geisterreich kein Begriff vager als der eines Gespenstes<\/i>\u201d sei.<\/p>\n<p><b>II \u00a0 Was ist ein Geist?<\/b><\/p>\n<p>\u201c<i>Denn wo Gespenster Platz genommen, ist auch der Philosoph willkommen.<\/i>\u201d<\/p>\n<p>Wie haben sich die historischen Autoren zu der schlichten Frage, was ein Geist sei, ge\u00e4u\u00dfert? In einem anonym erschienenen Buch Adam Koepkes, das 1749, in Goethes Geburtsjahr, bereits in 3. Auflage unter dem Titel \u201c<i>Schriftm\u00e4\u00dfige Erkl\u00e4rung der wahrhafftigen Erscheinung Samuels nach seinem Tode<\/i>\u201d erschien, hei\u00dft es:<\/p>\n<p>\u201c<i>Ein gewisser erleuchteter Autor hat von den Erscheinungen der Geister diesen Begriff.<\/i><\/p>\n<p><i>Die Seele f\u00e4hrt nicht zum Munde aus, gleich einem c\u00f6rperlichen Wesen, sie ist ohne Leib, und tritt alsbald nach ihrem Abschiede in die Thoren der Tieffe, und womit sie bekleidet ist, das fasset sie, und beh\u00e4lt es.<\/i><i>\u00a0<\/i>[&#8230;]\u00a0<i>Darum begiebt sichs oft, da\u00df man des Verstorbenen Geist siehet umgehen, auch reuten, oder fahren, oft in Feuer=Gestalt, oder anderer Unruhe, alles nachdem die Seele ist bekleidet gewesen in der Zeit ihres irdischen Lebens, solche Gestalt beh\u00e4lt sie nach ihrem Abschiede. Hat sie es nun hier gut gebacken, so isset sie es nun gut.<\/i>[&#8230;]<\/p>\n<p><i>Und so folgen einem seine Werke nach, was er sowol in sich selbst, als in andern ges\u00e4et, das wird er nach dem Tode zu Erndten haben.<\/i><i>\u00a0<\/i>[&#8230;]<i>\u00a0<\/i><i>Weil sie nun ungl\u00fccklich seyn, das Ewige nicht finden, und das Verg\u00e4ngliche noch in sich, nach der Begierde, suchen, so sehnen sie sich wiederum nach dieser Welt, und darum so erscheinen sie in grosser Quaal und Verwirrung, und m\u00fcssen sich oft wol, etlichs Secula durch, mit solchen Begierden schleppen und plagen. Wie man dann aus der Erfahrung wei\u00df, da\u00df noch Geister, vor der Reformation her, sich dann und wann sehen lassen. Wer sich nun von allen los gemacht, und in Christo seine Ruhe gefunden, der hat dann auch in Ihm Leben, und voll Gn\u00fcge.<\/i><\/p>\n<p><i>Joh. 10. V. 11.<\/i>\u201d<\/p>\n<p>Wer nun das \u201c<i>Nat\u00fcrliche Zauber-Lexikon<\/i>\u201d des Apothekers Johann Christian Wiegleb aus dem Jahr 1784 \u00f6ffnet und unter dem Stichwort \u201cGeister\u201d nachliest, dem weht eine frische Brise kritischen, \u201cnat\u00fcrlichen\u201d Denkens entgegen:<\/p>\n<p>\u201c<i>Man begehrt hier nicht auszumachen, ob es dergleichen Geister oder Gespenster gebe, indem man die Seele und Engel noch nicht so ausstudirt, da\u00df man davon aus ihrem Wesen und Umst\u00e4nden urtheilen kan. Sondern man will vorjetzo nur von den so berufenen Berggeistern etwas weniges reden. Zu Zeiten des Ludw. Lavaters und des gelehrten Agricola war es Mode, dergleichen zu glauben, und dieselbe also genau zu bestimmen, da\u00df sie wie die menschliche Bergknappen und selbigen ganz bekannt gewesen seyn sollen. Aber zu unserer Zeit will sich kein so Berggeist oder Kobolt mehr sehen lassen, indem kein jetziger Bergmann dergleichen gesehen zu haben sich r\u00fchmen will. Warum sind doch diese Bergm\u00e4nngen so neidisch, da\u00df sie sich nimmer wollen sehen lassen? Es scheint aber, da\u00df diese armen Teufelgen vertrieben seyen, da man zu unsern Zeiten eine bessere Einsicht, wie die Steine wachsen, und sie Crystallen in den Bergwerken anschiessen, hat, welches man vor Zeiten alles diesen M\u00e4nnern zu besorgen gleichsam \u00fcberlassen.<\/i>\u201d<\/p>\n<p>Den gro\u00dfen \u00dcberblick \u00fcber das, was die gelehrten Geister aller Zeiten von Geistern zu sagen wu\u00dften, bietet die \u201c<i>Zauber-Bibliothek<\/i>\u201d von Georg Conrad Horst. Danach verstehen Alberti (\u201c<i>Dissert. de spectris<\/i>\u201d) und Gehres (\u201c<i>Dissert. de morbis a spectrorum apparitione oriundis<\/i>\u201d) Gespenster als den menschlichen Sinnen durch Illusion und die K\u00fcnste des Teufel vorgehaltenen Dinge (<i>Objecta sensibus humanis illusione et technis Diaboli oblata<\/i>). Romanus nennt sie \u201c<i>schreckhafte Erscheinungen des Teufels<\/i>\u201d, \u00e4hnlich auch der seinerzeit ber\u00fchmte Jurist Stryck. Auch nach Christian Thomasius sind Gespenster Schreckgespenster. Der Superintendent Schwarze (\u201c<i>Ungegr\u00fcndete Leugnung der Gespenster<\/i>\u201d, 1779)<i>\u00a0<\/i>definiert Gespenster als \u201c<i>endliche geistige Substanzen, die von den Engeln und Seelen der Menschen verschieden (also Mittelgeister zwischen beiden) und von Gott zu verschiedenen weisen Absichten erschaffen sind<\/i>\u201d, die selbst wenn sie Schaden anrichten, doch nach dem Willen Gottes handeln. Reichhard definiert ein Gespenst als \u201c<i>eineden \u00e4u\u00dferen Sinnen bemerkbare ungew\u00f6hnliche Erscheinung, die eben wegen des Ungew\u00f6hnlichen die Menschen in Furcht setzet, und zur wirkenden Ursache weder Gott, noch gute Engel, noch einen hienieden lebenden Menschen hat, dennoch aber wegen der Verrichtungen einen endlichen Geist erheischet<\/i>\u201d.<i>\u00a0<\/i>Der Autor des 1764 erschienenen Buches \u201c<i>Ob ein vern\u00fcnftiger Mann an Gespenster glauben k\u00f6nne?<\/i>\u201d, Pfarrer St\u00fctzing, analysiert: \u201c<i>Ein Gespenst ist eine ungew\u00f6hnliche Erscheinung<\/i>\u00a0<i>eines erschaffenen geistigen Wesens, mit welchem wir ordentlicherweise sonst in keiner gew\u00f6hnlichen und sichtbaren Verbindung stehen<\/i>\u201d, wobei Erscheinungen nicht nur \u201c<i>Gegenst\u00e4nde f\u00fcr die Augen, sondern auch f\u00fcrs Geh\u00f6r und f\u00fcr die \u00fcbrigen Sinne<\/i>\u201d seien, und Horst schlie\u00dft hier die Frage an, ob man ein Gespenst denn auch riechen oder schmecken k\u00f6nne. Sein L\u00e4cheln ist unberechtigt, denn es werden durchaus olfaktorische Wahrnehmungen von Geistern berichtet. Horsts Urteil \u00fcber die erw\u00e4hnten Geister- \u201d<i>Umschreibungen<\/i>\u201d, wie er die genannten Definitionsversuche nennt, f\u00e4llt insgesamt nicht sehr positiv aus, glaubt er doch, da\u00df \u201c<i>die eine inhaltsleerer, als die andere ist, um nicht zu sagen, abgeschmackter<\/i>\u201d.<\/p>\n<p>Konkreter werden der Philosoph und Arzt Paracelsus und der westf\u00e4lische Pastor und Professor Heinrich Nollius im 16. und 17.Jh. (Physica hermetica Lib.III, Anfang des 17.Jhs): Gespenster sind Elementargeister, d.h. Feuer-, Luft-, Wasser- und Erdgeister. Auch die Astralk\u00f6rper der Menschen, w\u00f6rtlich Sternenk\u00f6rper, k\u00f6nnen sich nach dem Tod des physischen K\u00f6rpers noch eine Zeitlang sehen lassen und herumspuken, wie es neben Paracelsus etwa Jakob B\u00f6hme, Robert Fludd und Sebastian W\u00fcrdig annehmen. Negativ gewandt sind es nichts Edleres als die \u201c<i>Ausd\u00fcnstungen der verwesenden Leichname<\/i>\u201d, die sich nachts zu der geisterhaften Gestalt eines verstorbenen Menschen formieren, wie es etwa der italienische Mathematiker, Philosoph und Arzt Geronimo Cardano (16.Jh.), der Gelehrte Julius C\u00e4sar Vanini (16.\/17.Jh.) und der Franzose Jaques Gaffarel (17.Jh.) behaupten. Diese Ansichten klingen schon f\u00fcr Horsts Ohren recht modern, suchen sie doch nach nat\u00fcrlichen Erkl\u00e4rungen. Ein uralter Volksglaube, der mit dem Urchristentum und den Kirchenv\u00e4tern \u00fcbereinstimmt, h\u00e4lt Geister f\u00fcr die \u201c<i>Erscheinungen von unselig, oder wenigstens mit einem besonderen, sie noch an die Erde fesselnden, Verlangen verstorbenen Personen<\/i>\u201d \u2013 ein Standpunkt, der Horst viel zu einfach erscheint, ist doch die Sache \u201c<i>wirklich schwerer und beziehungsreicher<\/i>\u201d.<\/p>\n<p>Was sind nun Geister? Zehn klassische Antworten, die Jahrhunderte \u00fcberdauert haben, lauten:<\/p>\n<p>1. Geister sind Betrug<\/p>\n<p>2. Geister sind Sinnest\u00e4uschungen<\/p>\n<p>3. Geister sind alte Gottheiten<\/p>\n<p>4. Geister sind Naturwesenheiten<\/p>\n<p>5. Geister sind von Gott geschaffene Wesen<\/p>\n<p>6. Geister sind vom Teufel geschaffene Wesen<\/p>\n<p>7. Geister sind verstorbene Menschen oder Tiere bzw. deren Seelen<\/p>\n<p>8. Geister sind die subtilen K\u00f6rper von lebenden Menschen oder Tieren<\/p>\n<p>9. Geister sind Projektionen von Menschen<\/p>\n<p>10. Geister sind Kreationen von Menschen<\/p>\n<p><b>III \u00a0 Geister und Sinne<\/b><\/p>\n<p>Im\u00a0<i>Faust I<\/i>\u00a0stehen die vielversprechenden Worte:<\/p>\n<p>\u201c<i>Jetzt erst erkenn\u2019 ich, was der Weise spricht:<\/i><\/p>\n<p><i>Die Geisterwelt ist nicht verschlossen,<\/i><\/p>\n<p><i>Dein Sinn ist zu, Dein Herz ist tot!<\/i>\u201d<\/p>\n<p>Sind unsere Sinne offen, dann k\u00f6nnen wir u.U. Geister sehen, h\u00f6ren, riechen, sp\u00fcren, f\u00fchlen, ahnen und ahnden oder mit einem inneren Sinn wahrnehmen.<\/p>\n<p>Das Sehen von Geistern erscheint von allen sinnlichen Wahrnehmungsm\u00f6glichkeiten als die glaubhafteste \u2013 allemal in einer Zeit, in der der Zeitgeist das visuelles Aufnahmeverm\u00f6gen der Menschen mit allen Finessen ausreizt. Die optische Wahrnehmung ist in sich h\u00f6chst komplex, weshalb hier eine spezifische Art aus diesem Bereich herausgegriffen sei, und zwar das \u2018Zweite Gesicht\u2019 \u2013 es liegt im M\u00fcnsterland in der Luft und den M\u00fcnsterl\u00e4ndern im Blut.<\/p>\n<p>Horst hat dieses Thema nicht nur in seiner Zauber-Bibliothek behandelt, sondern ihm ein eigenes, zweib\u00e4ndiges, au\u00dferordentlich aufschlu\u00dfreiches Werk mit dem Titel \u201c<i>Deuteroskopie<\/i>\u201d (1830) gewidmet \u2013 der vom Griechischen abgeleitete Begriff bedeutet w\u00f6rtlich \u201czweites Sehen\u201d.<\/p>\n<p>Das gro\u00dfe Werk ist \u201c<i>f\u00fcr Religionsphilosophen, Psychologen und denkende Aerzte<\/i>\u201d gedacht, wie sich dem Untertitel des 1830 ver\u00f6ffentlichten Werkes entnehmen l\u00e4\u00dft. Ein Blick in diese Schrift mag vielleicht auch einem\u00a0<i>nicht<\/i>\u00a0denkenden Arzt oder Gelehrten gewisse Einblicke erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>\u201c<i>Das andere Gesicht<\/i>\u00a0\u2013 second sight<i>\u00a0<\/i><i>&#8211;<\/i>\u00a0<i>auch das zweite oder das doppelte Gesicht genannt, besteht in dem Verm\u00f6gen, Begebenheiten und Thatsachen, welche sich entweder in der n\u00e4chsten Gegenwart, oder in der Zukunft ereignen werden, vermittelst der Organe des nat\u00fcrlichen Gesichts auf eine symbolische Weise wahrzunehmen, und zwar also, da\u00df das Abwesende und Zuk\u00fcnftige, als dabei vor den Augen gegenw\u00e4rtig erscheint, und in sinnbildlichen Repr\u00e4sentationen angeschaut wird<\/i>[&#8230;].<i>\u00a0<\/i><i>Da\u00df \u00fcbrigens Gesichte dieser Art immer zugleich auch einen divinatorischen Charakter haben m\u00fcssen, ergibt sich von selbst hieraus, daher diejenigen, welche die Gabe, solche Gesichte zu sehen, besitzen, Deuteroskopen oder schlechthin Seher genannt werden.<\/i>\u201d<\/p>\n<p>Das Zweite Gesicht ist charakteristisch f\u00fcr bestimmte Gegenden wie etwa Hochschottland und die Hebriden, wo es nur selten bei Frauen vorkam, und innerhalb Deutschlands f\u00fcr Westfalen. Bemerkenswert an diesem Sehen ist, da\u00df \u201c<i>es im wachenden Zustand und bei Bewu\u00dftsein statt findet<\/i>\u201d.<\/p>\n<p>Auch in dem n\u00e4chsten Geister-Klassiker der Goethezeit k\u00f6nnen wir \u00fcber das Zweite Gesicht nachlesen. Der Verfasser der weltber\u00fchmt gewordenen \u201c<i>Seherin von Prevorst<\/i>\u201d \u2013 das Buch erschien 1929 in 1. Auflage \u2013 ist der schw\u00e4bische Arzt und Dichter Justinus Kerner (1786-1862), ein vielseitig Gelehrter, der m\u00fctterlicherseits mit dem M\u00e4rchendichter Wilhelm Hauff und v\u00e4terlicherseits mit Ludwig Uhland verwandt ist.<\/p>\n<p>Kerner beschreibt das Zweite Gesicht ganz generell, das er an seiner Patientin Friederike Hauffe aus n\u00e4chster N\u00e4he beobachten konnte:<\/p>\n<p>\u201c<i>Es ist bekannt, da\u00df die Gabe des zweiten Gesichts sich an mehreren Orten endemisch zeigt, wie z.E. unter den schottischen Inselbewohnern und in D\u00e4nemark. In Schottland haben die Menschen, die diese Gabe besitzen, den sogenannten Stechblick. Es ist die\u00df der eigenth\u00fcmliche Blick, wo alles Geistige im Menschen wie auf ein P\u00fcnktchen im Auge concentrirt ist, das dann wie verl\u00e4ngert und leuchtend heraustritt, ein Blick<\/i>,<i>\u00a0<\/i><i>den ich an Frau H. in Momenten, wo sie sich selbst, oder wo sie Geister sah, oft beobachtete. Der schottische Seher ist im Augenblicke des Gesichtes starr, mit aufgerissenen Augenlidern, er sieht und h\u00f6rt (wie auch Frau H. beim Selbstsehen) nicht anders. Ber\u00fchrt der Seher im Augenblicke des Gesichtes einen Andern, so entsteht dasselbe Gesicht auch in diesem, ja selbst in Thieren, die der Seher oder die Seherin in diesem Augenblick ber\u00fchrt.<\/i>\u201d<\/p>\n<p>Das ber\u00fchmteste Beispiel f\u00fcr das Zweite Gesicht in Deutschland finden wir in Annette von Droste-H\u00fclshoff, der es gerne nachgesagt wird, auch wenn sie alles andere als weltfremd war:<\/p>\n<p>\u201c<i>Voll m\u00e4nnlicher Kraft, allem Weichlichen abhold, liebt sie es \u00fcberhaupt, die Dinge mit ihrem wahren Namen zu nennen, und darum sind einzelne ihrer Schilderungen von einer fast derb zu nennenden Realistik<\/i>\u201d.<\/p>\n<p>Die Dichterin beschreibt diese Eigenschaft in ihrer Ballade \u201c<i>Vorgeschichte<\/i>\u201d als gro\u00dfe Last.<\/p>\n<p>Auch Horst kann die B\u00fcrde dieser Gabe nicht besch\u00f6nigen und nennt sie:\u201c<i>Eine in einer Welt, wie die unsrige ist, wahrlich nicht sehr zu beneidende Geistes=Eigenth\u00fcmlichkeit<\/i>\u201d. Man h\u00e4lt diese in Westfalen fast jedem Zehnten, in Hochschottland fast jedem gegebene, h\u00f6chst ungl\u00fcckliche Gabe besser geheim, erkl\u00e4rt Droste-H\u00fclshoff, und beschreibt sie detailliert in ihrer Erz\u00e4hlung \u201c<i>Bilder aus Westfalen<\/i>\u201d:<\/p>\n<p>\u201c<i>Gr\u00f6\u00dfere Aufmerksamkeit<\/i><i>\u00a0<\/i>[&#8230;]\u00a0<i>verdient das sogenannte \u201cVorgesicht\u201d, ein bis zum Schauen oder mindestens deutlichem H\u00f6ren gesteigertes Ahnungsverm\u00f6gen, ganz dem Second sight der Hochschotten \u00e4hnlich und hier so gew\u00f6hnlich, da\u00df, obwohl die Gabe als eine h\u00f6chst ungl\u00fcckliche eher geheimgehalten wird, man doch \u00fcberall auf notorisch damit Behaftete trifft und im Grunde fast kein Eingeborner sich g\u00e4nzlich davon freisprechen d\u00fcrfte. Der Vorschauer (Vorkieker) im h\u00f6heren Grade ist auch \u00e4u\u00dferlich kenntlich an seinem hellblonden Haare, dem geisterhaften Blitze der wasserblauen Augen und einer blassen oder \u00fcberzarten Gesichtsfarbe; \u00fcbrigens ist er meistens gesund und im gew\u00f6hnlichen Leben h\u00e4ufig beschr\u00e4nkt und ohne eine Spur von \u00dcberspannung, Seine Gabe \u00fcberkommt ihn zu jeder Tageszeit, am h\u00e4ufigsten jedoch in Mondn\u00e4chten, wo er pl\u00f6tzlich erwacht und von fieberischer Unruhe ins Freie oder ans Fenster getrieben wird; dieser Drang ist so stark, da\u00df ihm kaum jemand widersteht, obwohl jeder wei\u00df, da\u00df das \u00dcbel durch Nachgeben bis zum Unertr\u00e4glichen, zum v\u00f6lligen Entbehren der Nachtruhe gesteigert wird; wogegen fortgesetzter Widerstand es allm\u00e4hlich abnehmen und endlich g\u00e4nzlich verschwinden l\u00e4\u00dft. Der Vorschauer sieht Leichenz\u00fcge, lange Heereskolonnen und K\u00e4mpfe, er sieht deutlich den Pulverrauch und die Bewegungen der Fechtenden, beschreibt genau ihre fremden Uniformen und Waffen, h\u00f6rt sogar Worte in fremder Sprache, die er verst\u00fcmmelt wiedergibt und die vielleicht erst lange nach seinem Tode auf demselben Flecke wirklich gesprochen werden. Auch unbedeutende Begebenheiten mu\u00df der Vorschauer unter gleicher Be\u00e4ngstigung sehen, zum Beispiel einen Erntewagen, der nach vielleicht zwanzig Jahren auf diesem Hofe umfallen wird; er beschreibt genau die Gestalt und die Kleidung der jetzt noch ungebornen Dienstboten, die ihn aufzurichten suchen; die Abzeichen des Fohlens oder Kalbes, das erschreckt zur Seite springt und in eine jetzt noch nicht vorhandene Lehmgrube f\u00e4llt, usw. Napoleon grollte noch in der Kriegsschule zu Brienne mit seinem beengten Geschicke, als das Volk schon von \u201csilbernen Reitern\u201d sprach, mit \u201csilbernen Kugeln auf den K\u00f6pfen, von denen ein langer schwarzer Pferdeschweif\u201d flatterte, sowie von wunderlich aufgeputztem Gesindel, was auf \u201cPferden wie Katzen\u201d (ein \u00fcblicher Ausdruck f\u00fcr kleine knollige Rosse) \u00fcber Hecken und Z\u00e4une fliege, in der Hand eine lange Stange mit eisernem Stachel daran. \u2013 Ein l\u00e4ngst verstorbener Gutsbesitzer hat viele dieser Gesichte verzeichnet, und es ist h\u00f6chst anziehend, sie mit manchem sp\u00e4terem entsprechenden Begebnisse zu vergleichen. \u2013 Der Minderbegabte und nicht bis zum Schauen Gesteigerte \u201ch\u00f6rt\u201d \u2013 er h\u00f6rt den dumpfen Hammerschlag auf dem Sargdeckel und das Rollen des Leichenwagens, h\u00f6rt den Waffenl\u00e4rm, das Wirbeln der Trommeln, das Trappeln der Rosse und den gleichf\u00f6rmigen Tritt der marschierenden Kolonnen. Er h\u00f6rt das Geschrei der Verungl\u00fcckten und an T\u00fcr oder Fensterladen das Anpochen desjenigen, der ihn oder seinen Nachfolger zur Hilfe auffordern wird. Der Nichtbegabte steht neben dem Vorschauer und ahnt nichts, w\u00e4hrend die Pferde im Stalle \u00e4ngstlich schnauben und schlagen und der Hund, j\u00e4mmerlich heulend, mit eingeklemmten Schweife seinem Herrn zwischen die Beine kriecht. Die Gabe soll sich jedoch \u00fcbertragen, wenn ein Nebenstehender dem Vorkieker \u00fcber die linke Schulter sieht, wo er zwar f\u00fcr dieses Mal nichts bemerkt, fortan aber f\u00fcr den andern die n\u00e4chtliche Schau halten mu\u00df. Wir sagen dies fast ungern, da dieser Zusatz einem unleugbaren und h\u00f6chst merkw\u00fcrdigen Ph\u00e4nomen den Stempel des L\u00e4cherlichen aufdr\u00fcckt. \u2013 Wir haben den M\u00fcnsterl\u00e4nder fr\u00fcher furchtsam genannt, dennoch ertr\u00e4gt er den eben ber\u00fchrten Verkehr mit der \u00fcbersinnlichen Welt mit vieler Ruhe, wie \u00fcberall seine Furchtsamkeit sich nicht auf passive Zust\u00e4nde erstreckt. G\u00e4nzlich abgeneigt, sich ungesetzlichen Handlungen anzuschlie\u00dfen, kommt ihm doch an Mut, ja Hartn\u00e4ckigkeit des Duldens f\u00fcr das, was ihm recht scheint, keiner gleich, und ein geistreicher Mann verglich dieses Volk einmal mit den Hindus, die, als man ihnen ihre religi\u00f6sen und b\u00fcrgerlichen Rechte schm\u00e4lern wollte, sich zu vielen Tausenden versammelten und, auf den Grund gehockt, mit verh\u00fcllten H\u00e4uptern standhaft den Hungertod erwarteten. Dieser Vergleich hat sich mitunter als sehr treffend erwiesen.<\/i><\/p>\n<p>[&#8230;]<i>\u00a0<\/i><i>\u2013 M\u00fcssen wir noch hinzuf\u00fcgen, da\u00df alles bisher Gesagte nur das Landvolk angeht? Ich glaube, nein; St\u00e4dter sind sich ja \u00fcberall gleich, Kleinst\u00e4dter wie Gro\u00dfst\u00e4dter. \u2013 Oder, da\u00df alle diese Zust\u00e4nde am Verl\u00f6schen sind und nach vierzig Jahren vielleicht wenig mehr davon anzutreffen sein m\u00f6chte? \u2013 Auch leider nein, es geht ja \u00fcberall so!<\/i>\u201d<\/p>\n<p><b>IV \u00a0 Geister zum Spa\u00df?<\/b><\/p>\n<p>\u201c<i>Glaubt Ihr, der Umgang mit Geistern sei eine lustige Sache?<\/i>\u201d<\/p>\n<p>\u201c<i>Es war rasend behaglich; zuletzt kamen Gespenstergeschichten aufs Tapet<\/i><i>\u00a0<\/i>[&#8230;]\u201d, schreibt Theodor Storm, der ein begeisterter wie begabter Erz\u00e4hler von Spukgeschichten war, \u00fcber einen Abend beim Landrat von Wussow. Spukhafte, gruselige Atmosph\u00e4re kann eine ungeheure Anziehungskraft auf Menschen aus\u00fcben. F\u00fcr viele sind Geistergeschichten auch ohne jeglichen Anspruch auf Wahrheitsgehalt attraktiv; ihre Echtheit gibt quasi nur noch die W\u00fcrze. F\u00fcr Storm spielt allerdings beides eine Rolle, die Authentizit\u00e4t des Berichteten wie auch die k\u00fcnstlerische Qualit\u00e4t der Darstellung. Theodor Fontane erinnert sich an einen Abend mit dem Schrifsteller:<\/p>\n<p>\u201c<i>Denselben Abend erz\u00e4hlte er auch Spukgeschichten, was er ganz vorz\u00fcglich verstand, weil es immer klang, als w\u00fcrde das, was er vortrug, aus der Ferne von einer leisen Violine begleitet. Die Geschichten an und f\u00fcr sich waren meist unbedeutend und unfertig, und wenn wir ihm das sagten, so wurde sein Gesicht nur noch spitzer, und mit schlauem L\u00e4cheln erwiderte er: &gt;Ja, das ist das Wahre; daran k\u00f6nnen sie die Echtheit erkennen; solche Geschichte mu\u00df immer ganz wenig sein und unbefriedigt lassen; aus dem Unbefriedigten ergibt sich zuletzt die h\u00f6chste k\u00fcnstlerische Befriedigung.&lt; Er hatte uns n\u00e4mlich gerade von einem unbewohnten Spukhause erz\u00e4hlt, drin die Nachbarsleute nachts ein Tanzen geh\u00f6rt und durch das Schl\u00fcsselloch geguckt hatten. Und da h\u00e4tten sie vier Paar zierliche F\u00fc\u00dfe gesehen mit Schn\u00fcrstiefelchen und nur gerade die Kn\u00f6chel dar\u00fcber, und die vier Paar F\u00fc\u00dfe h\u00e4tten getanzt und mit den Hacken zusammengeschlagen. Einige Damen lachten, aber er sah sie so an, da\u00df sie zuletzt doch in einen Grusel kamen.<\/i>\u201d<\/p>\n<p>Eine ausgezeichnete Gelegenheit, sich an die Gegenwart von Geistern zu gew\u00f6hnen und ihre Gutartigkeit zu erkennen, hatte etwa die Tochter des oben erw\u00e4hnten Arztes Justinus Kerners, in dessen Haus mit seinen Patienten auch die Geister ein- und ausgingen.<\/p>\n<p>In ihrem Buch \u00fcber ihren Vater, \u201c<i>Justinus Kerners Jugendliebe und sein Vaterhaus<\/i>\u201d, erkl\u00e4rt Marie Niethammer:<\/p>\n<p>[&#8230;] \u201c<i>die Geister wurden unsere Freunde, und sie brachten es nicht dazu, da\u00df es uns gruselte.<\/i>\u201d<\/p>\n<p>Die meisten Geister nahmen ihren Einzug in Kerners Haus sicherlich mit Friederike Hauffe, der Seherin von Prevorst, \u00fcber die Kerner schreibt:<\/p>\n<p>\u201c<i>Sie geh\u00f6rte in eine Welt<\/i>\u00a0<i>der Geister, sie selbst hier schon mehr als halber Geist; sie geh\u00f6rte in den Zustand nach dem Tode, in dem sie schon hier oft mehr als halb war.<\/i>\u201d<\/p>\n<p>Die kaum mehr z\u00e4hlbaren Geister, die Friederike Hauffe im Laufe ihres Lebens sah und mit denen sie mitunter auch kommunizieren konnte, ja oft mu\u00dfte, weisen \u00fcber die Dimension des Schauerlichen weit hinaus. So sah sie Geister von Verstorbenen, die Informationen vermittelten \u2013 auch ein Gerichtsfall konnte mithilfe eines ihrer Geister neu aufgerollt und dann zu einem besseren Abschlu\u00df gebracht werden; sie sah hinter jedem Menschen dessen Schutzgeist, von dem sie auf den Charakter des betreffenden Menschen, auch wenn ihr die betreffende Person ganz unbekannt war, schlie\u00dfen konnte \u2013 eine Eigenschaft, die in neuerer Zeit der franz\u00f6sische Widerstandsk\u00e4mpfer Jaques Lusseyran in seiner Biographie \u201c<i>Das wiedergefundene Licht<\/i>\u201d beschreibt. Lusseyeran hatte als Kind auf grausame Art sein Augenlicht verloren, doch anstelle dessen sp\u00e4ter einen \u201cinneren Sinn\u201d f\u00fcr den Charakter und die Zuverl\u00e4ssigkeit eines Menschen entwickelt. Diese F\u00e4higkeit konnte er in der Resistance erfolgreich einsetzen, indem er die Menschen pr\u00fcfte, die in die Bewegung aufgenommen werden sollte \u2013 bis auf ein einziges Mal, wo er sich nicht sicher war und dem guten Ruf des einzustellenden Mannes nachgab und \u201cja\u201d zu ihm sagte. Und hier handelte es sich tats\u00e4chlich um einen Betr\u00fcger, was Lusseyran auch fast das Leben gekostet h\u00e4tte \u2013 mit einem Jahr Buchenwald kam er noch einmal davon.<\/p>\n<p><b>V \u00a0 Geist und Sinn<\/b><\/p>\n<p>\u201c<i>Die Unsterblichkeit ist nicht jedermanns Sache.<\/i>\u201d<\/p>\n<p>Die Geister der Goethezeit sind Geister der Vergangenheit. Verg\u00e4nglichkeit ist ein Kennzeichen von Geistern. Sie verschwinden in der Regel ebenso unerwartet wie sie gekommen sind. Geister sind selbst das Verg\u00e4nglichste, was wir kennen, und gleichzeitig Zeugen der Vergangenheit und Sterblichkeit. Der Geist, der als Geist eines Sterbenden oder schon Verstorbenen erscheint, konfrontiert die Menschen nicht nur mit dem Tod, sondern erweckt gleichzeitig die sch\u00f6ne Idee von der M\u00f6glichkeit eines \u00dcberlebens, ja sogar eines ewigen Lebens. Und das wirft ein neues Licht auf das jeztige Leben, ja wertet es auf, auch wenn es auf den ersten Blick wie eine Abwertung erscheinen k\u00f6nnte. Die Aufwertung liegt darin, da\u00df sich der Mensch mit seinem Tod nicht einfach \u201caus dem Staube\u201d machen kann, sondern da\u00df er u.U. einen Zusammenhang zwischen dem sp\u00e4teren und dem gegenw\u00e4rtigen Sein erkennt und sieht, da\u00df es darauf ankommen k\u00f6nnte, wie er dieses Leben hier verbringt und ob er sein Tun und Lassen verantworten kann.<\/p>\n<p>Der Spuk-Geist par excellence ist der unerl\u00f6ste Geist. Eines der \u00e4ltesten Beispiele f\u00fcr diesen Typus stammt bereits aus der Klassischen Antike. Der r\u00f6mische Schrifsteller Plinius der J\u00fcngere berichtet um 100 n.Chr. von einem Spukhaus in Athen, in dem ein in Ketten gebundener Geist zu erscheinen und mit seinen Ketten zu rasseln pflegte: Der beherzte Philosoph Athenodoros zog in das verrufene Haus ein \u2013 und der Geist erschien wie erwartet, forderte Athenodoros auf, ihm zu folgen, und verschwand sogleich wieder. Der Philosoph lie\u00df an besagter Stelle nachgraben, und, siehe da, es kamen die nicht rechtm\u00e4\u00dfig bestatteten Gebeine eines Menschen zum Vorschein. Diese wurden nun ordnungsgem\u00e4\u00df bestattet, und der Spuk fand somit ein Ende. Es gibt eine deutsche \u00dcbersetzung dieser Schrift von Lukian aus dem Jahr 1545.<\/p>\n<p>Mit den unerl\u00f6sten Geistern, denen die Schweizer Psychoanalytikerin Aniela Jaff\u00e9 in ihrem Buch \u201c<i>Geistererscheinungen und Vorzeichen<\/i>\u201d ein ganzes Kapitel widmet, klingt die uralte Frage nach dem \u00dcberleben der menschlichen Seele an, die einst gar keine Frage war. Geister erscheinen nicht nur zum Spa\u00df. Das m\u00f6ge ein letztes Beispiel demonstrieren. Es ist einem weiteren Klassiker der deutschsprachigen Geisterliteratur entnommen, dessen Verfasser in freundschaftlichem Kontakt mit Goethe stand und ihm seine Biographie zur Ver\u00f6ffentlichung \u00fcberlie\u00df (\u201c<i>Heinrich Stillings Jugend<\/i>\u201d, 1777). Es ist der anerkannte Augenarzt, genauer gesagt \u201cStar-Stecher\u201d, Heinrich Jung-Stilling (1740-1818):<\/p>\n<p>Jung-Stilling berichtet von einem Fall aus dem Jahr 1768, den er aus erster Hand erhalten hat:<\/p>\n<p>\u201c<i>Ich habe vor 40 Jahren einen sehr frommen und erleuchteten Handwerksmann gekannt, dessen tiefe Einsichten und in der That heiligen Carakter ich oft bewundert habe. Ich hab viel von ihm gelernt, und er sagte mir damals schon vieles voraus, das hernach erf\u00fcllt worden ist. Ich besuchte ihn auf seinem letzten Krankenlager und war ein Zeuge seines herrlichen Todes.<\/i><\/p>\n<p><i>Dieser Freund hatte einen sittsamen, stillen, und eingezogenen Gesellen, mit dem er wegen seiner Kenntnisse und guten Auff\u00fchrung auf einem vertrauten Fu\u00df lebte. Beyde unterredeten sich oft von dem Zustand der Seelen nach dem Tod, vorz\u00fcglich aber auch von der Wiederbringung aller Dinge<\/i><i>\u00a0<\/i>[Wiedervereinigung mit Gott]<i>. Nach und nach wurde der Geselle schwinds\u00fcchtig, mein Freund behielt ihn auch in diesem Zustand bey sich, und leistete ihm gleichsam Gesellschaft bis an die Pforte des Todes. W\u00e4hrend der ganzen Zeit der Krankheit wurden obige Gespr\u00e4che immer fortgesetzt, und mein Freund wagte es den Gesellen zu bitten, da\u00df er ihm, wenn er k\u00f6nne, nach seinem Tod erscheinen, und ihm von seinem Zustand, und von der Wiederbringung aller Dinge Nachricht geben m\u00f6chte. Der Geselle versprach das unter dem Beding, wenn es ihm erlaubt w\u00e4re.<\/i><\/p>\n<p><i>Bald nachher starb der junge Mensch, und nun harrte sein Meister auf seinen Besuch, und auf Nachricht aus der andern Welt. Etwa drey Wochen nach dem Tod des Gesellen, als der Meister Abends um 10 Uhr in seiner Schlafkammer sich ausgezogen hatte, eben ins Bett gestiegen war, und noch darinnen sa\u00df, so bemerkte er gegen\u00fcber an der Wand einen bl\u00e4ulichen Lichtschimmer, der sich zu einer menschlichen Figur bildete. Er fragte also ohne Furcht: bist du es, Johannes? \u2013 Der Geist antwortete vernehmlich, Ja! jener fragte ferner: wie gehts dir? \u2013 dieser erwiederte: ich befinde mich ruhig in einer \u00f6den dunklen Gegend, aber mein Schicksal ist noch nicht entschieden. Nun folgte auch die Frage wegen Wiederbringung aller Dinge. Der Geist antwortete darauf weiter nichts, als folgende Zeilen aus einem alten Lied:<\/i><\/p>\n<p><i>La\u00dft uns den Herren bitten<\/i><i>\u00a0<\/i>hie<\/p>\n<p><i>Und niederfallen auf die Knie,<\/i><\/p>\n<p><i>La\u00dft uns vor unserm Sch\u00f6pfer b\u00fccken!<\/i><\/p>\n<p><i>Das W\u00f6rtchen hie ist die Hauptsache. Hier sollen und wollen wir unsre Sache mit unserm Erbarmer ausmachen, und \u2013 wie mein seeliger Oheim Johann Stilling einst sagte \u2013 daf\u00fcr sorgen, da\u00df wir mit den Ersten \u00fcber den Jordan kommen.<\/i><\/p>\n<p><i>Mein Freund war so k\u00fchn, noch um einen Besuch zu bitten; nach einiger Zeit erfolgte er auch, aber der war f\u00fcrchterlich; ich hab die n\u00e4heren Umst\u00e4nde desselben nie erfahren k\u00f6nnen; so viel hatte es aber gefruchtet, da\u00df der liebe Mann jedermann f\u00fcr einer solchen Vermessenheit warnte, und nun \u00fcberzeugt war, da\u00df wir diesseits durchaus keinen Umgang mit dem Geisterreich suchen, sondern ihn so viel als m\u00f6glich vermeiden m\u00fcsten.<\/i>\u201d<\/p>\n<p>Was sagen nun die Berichte \u00fcber Geister aus? Worauf zielen sie hinaus? Aus Goethes Mund, aus seinem Gedicht \u201c<i>Symbolon<\/i>\u201d (1815), h\u00f6ren wir die Antwort:<\/p>\n<p>\u201c<i>Doch rufen von dr\u00fcben<\/i><\/p>\n<p><i>Die Stimmen der Geister,<\/i><\/p>\n<p><i>Die Stimmen der Meister:<\/i><\/p>\n<p><i>Vers\u00e4umt nicht zu \u00fcben<\/i><\/p>\n<p><i>Die Kr\u00e4fte des Guten!<\/i>\u201d<\/p>\n<p>Ist Goethe jemals nach seinem Tod als Geist erschienen? Es gibt diverse Berichte, doch einer der sch\u00f6nsten ist ein Traum. Viereinhalb Jahre nach Goethes Tod \u2013 es war die Nacht zum 14. November 1836 \u2013 tr\u00e4umt sein Schreiber Johann Peter Eckermann von einer bemerkenswerten Begegnung mit ihm. Er trifft Goethe in dessen Haus am Frauenplan, und nach einer herzlichen Begr\u00fc\u00dfung spricht er ihn gerade heraus an:<\/p>\n<p>\u201c<i>Die Leute meinen, rief ich ihm lachend zu, indem ich seine Hand fa\u00dfte, Sie w\u00e4ren tot; ich habe aber immer gesagt, da\u00df es nicht so sei, und sehe nun zu meiner gro\u00dfen Freude, da\u00df ich recht hatte. Nicht wahr, Sie sind nicht tot? \u201cDie n\u00e4rrischen Leute\u201d, erwiderte Goethe, indem er mich sehr schelmisch ansah, \u201ctot? \u2013 was sollte ich tot sein! \u2013 Auf Reisen bin ich gewesen! Ich habe derweil viele L\u00e4nder und Menschen gesehen; im letzten Jahr war ich in Schweden.\u201d Dieses zu h\u00f6ren, erwiderte ich, ist mir unendlich lieb.<\/i>\u201d<\/p>\n<p>Abbildung: Joseph Karl Stieler: Johann Wolfgang von Goethe. Aquarell, 26,3 x 27,9 cm, Ausschnitt. M\u00fcnchen, Bayerische Staatsgem\u00e4ldesammlungen.<\/p>\n<p>Abbildung: Joseph Schmeller: Johann Peter Eckermann,1828.<\/p>\n<p>Goethe, Johann Wolfgang von (1887-1919): Goethes Werke. Hrsg. im Auftrage der Gro\u00dfherzogin Sophie von Sachsen. Weimar. (Sophien-Ausgabe).\u00a0<i>Faust I<\/i>, Vor dem Tor, Faust, 1118ff.<\/p>\n<p>Goethe, a.a.O.,\u00a0<i>Goethes Briefe<\/i>, An Franz Kirms, Frankfurt am 34. August 1797, Brief Nr.3638 ( 4.Abt., Bd.12, S.258)<\/p>\n<p>Droste-H\u00fclshoff, Annette Freiin von (1982): Droste-H\u00fclshoffs Werke in einem Band. Ausgew\u00e4hlt und eigeleitet von Rudolf Walbinger. Hrsg. von den Nationalen Forschungs- und Gedenkst\u00e4tten der klassischen deutschen Literatur in Weimar. Weimar. S.287.<\/p>\n<p>a.a.O., S.355<\/p>\n<p>Goethe, a.a.O., Gespr\u00e4che<\/p>\n<p>Wagner, M.W., &amp; Monnet, M. (1979): Attitudes of college professors toward extra-sensory perception. In: Zetetic Scholar, 5 (1979), S.7-17.<\/p>\n<p>Gurney, Edmund; Myers, Frederic William H., &amp; Podmore, Frank (1886): Phantasms od the living. London; West, Donald J. (1948): A Mass-observation Questionnaire on Halluzinations. In: Journal of the Society for Psychical Research, 34, S.187-196; West, Donald J. (1990): A pilot census of halluzinations. Proceedings of the Society for Psychical Research, 57, S.163-207.<\/p>\n<p>Rinaldi, G.M. &amp; Piccinini, G. (1982): A survey of spontaneous cases in South Tyrol. Unver\u00f6ffentliches Manuskript.<\/p>\n<p>Haraldsson, Erlendur (1981): Apparitions of the dead: A representative survey in Iceland. In: William George Roll &amp; John Beloff (Hrsg.): Research in parapsychology. Metuchen, NJ, 1980, S. 3-5.<\/p>\n<p>Horst, Conrad Georg (1821-1826): Zauber-Bibliothek oder von Zauberei, Theurgie und Mantik, Zauberern, Hexen, und Hexenprocessen, D\u00e4monen, Gespenstern, und Geistererscheinungen. Zur Bef\u00f6rderung einer rein=geschichtlichen, von Aberglauben und Unglauben freien Beurtheilung dieser Gegenst\u00e4nde. Von Corad Georg Horst, Gro\u00dfherzoglich=Hessischem Kirchenrathe. 6 Teile, Mainz. Bd.1 1821, S.264.<\/p>\n<p>a.a.O.,S.236<\/p>\n<p>Goethe,\u00a0<i>Faust<\/i>\u00a0<i>II<\/i>, 2.Akt, Walpurgisnacht, Am Oberen Peneios wie zuvor, Mephistopheles, 7843f.<\/p>\n<p>Koepke, Adam (1749): Schriftm\u00e4\u00dfige Erkl\u00e4rung der wahrhaftigen Erscheinung Samuels nach seinem Tode, I, Samuelis 28.v.7 = = = 20. Wie solche, auf Gottes Zulassung dem K\u00f6nige Saul wiederfahren. Nebst einem Anhange wahrhaftiger Geschichte von einigen erschienenen Geistern nach dem Tode, Und bescheidene Gedancken \u00fcber die Erscheinung der Seelen nach dem Tode, wozu noch einige Er\u00f6fnungen von den Himmlischen Wohnungen der seeligen Seelen, Und auch von dem Zustande der Verdammten, Nach der Wahrheit mitgetheilet werden. 3. und vermehrte Aufl., Prenzlau und Leipzig. S.67f.<\/p>\n<p>Wiegleb, Johann Christian (1784): Onomatologia curiosa artificiosa et magica. Oder nat\u00fcrliches Zauber-Lexikon, in welchem vieles N\u00fctzliche und Angenehme aus der Naturgeschichte, Naturlehre und nat\u00fcrlichen Magie [&#8230;]. N\u00fcrnberg: Raspische Buchahndlung. Sp.747.<\/p>\n<p>Horst, a.a.O , S.237.<\/p>\n<p>a.a.O.<\/p>\n<p>a.a.O., S.238<\/p>\n<p>Reichard, Elias Caspar (1780-1788): Elias Caspar Reichards, Professor und Rectors des Stadtgymnasiums zu Magdeburg vermischte Beytr\u00e4ge zur Bef\u00f6rderung einer n\u00e4hern Einsicht in das gesamte Geisterreich. Zur Verminderung und Tilgung des Unglaubens und Aberglaubens. Als eine Fortsetzung von D. David Eberhard Haubers Magischen Bibliothek herausgegeben. 2 Bde., Helmstedt. Bd.1 1781, S.240.<\/p>\n<p>Horst, a.a.O., S.238f<\/p>\n<p>a.a.O.<\/p>\n<p>a.a.O., S.240<\/p>\n<p>Goethe,\u00a0<i>Faust I<\/i>, Nacht, 442f<\/p>\n<p>Horst, Conrad Georg (1830): Deuteroskopie, oder merkw\u00fcrdige psychische und physiologische Erscheinungen und Probleme aus dem Gebiete der Pneumatologie. F\u00fcr Religionsphilosophen, Psychologen und denkende Aerzte. Eine n\u00f6thige Beilage zur D\u00e4monomagie wie zur Zauber=Bibliothek. 2 Bde., Frankfurt a. M.. Bd.1, S.9.<\/p>\n<p>a.a.O., S.21, Anm.<\/p>\n<p>a.a.O., S.10<\/p>\n<p>Kerner, Justinus (1829\/1892): Die Seherin von Prevorst. Er\u00f6ffnungen \u00fcber das innere Leben des Menschen und \u00fcber das Hereinragen einer Geisterwelt in die unsere. Stuttgart, 1829. 6.Aufl. 1892, S.103.<\/p>\n<p>Riehmann in: Droste- H\u00fclshoff, Annette Freiin von (1912): Dichtungen Annettes von Droste-H\u00fclshoff, ausgew\u00e4hlt und erl\u00e4utert von Dr. Joseph Riehmann. Paderborn. S.6.<\/p>\n<p>Horst 1830, a.a.O., Bd.1, S.213.<\/p>\n<p>Zur Bonsen, F. (1907): Das zweite Gesicht. Die &lt;Vorgeschichten&gt; nach Wirklichkeit und Wesen. K\u00f6ln. S.20.<\/p>\n<p>Droste H\u00fclshoff 1982, a.a.O., S.356-359<\/p>\n<p>Goethe,\u00a0<i>Der Gro\u00df-Cophta<\/i>, II, 5<\/p>\n<p>Storm, Gertrud (Hrsg.) (1815): Theodor Storm. Briefe an seine Frau. Braunschweig. Brief vom 11.7.1858, S.52.<\/p>\n<p>Fontane, Theodor (1967): Kapitel: Theodor Storm. In: Von Zwanzig bis Drei\u00dfig, in: S\u00e4mtliche Werke, M\u00fcnchen, S.205f .<\/p>\n<p>Niethammer, Marie (1877): Justinus Kerners Jugendliebe und mein Vaterhaus. Stuttgart, S.188.<\/p>\n<p>Kerner 1892, a.a.O., S.43<\/p>\n<p>Lusseyran, Jaques (1966\/1994): Das wiedergefundene Licht. Aus dem Franz\u00f6sischen \u00fcbersetzt von Uta Schmalzriedt. 11.Aufl., Stuttgart, 1994.<\/p>\n<p>Goethe,\u00a0<i>Der Gro\u00df-Cophta<\/i>, III, 9<\/p>\n<p>Philopseudes Luciani: \u201cEin gespr\u00e4ch Luciani\/\u00a0<i>Ob man der Zawberey und Poldergaystern glauben soll<\/i>[&#8230;]\u201d, Augspurg 1545.<\/p>\n<p>Jaff\u00e9, Aniela (1958\/1995): Geistererscheinungen und Vorzeichen. Z\u00fcrich, 1958, 3. \u00fcberarbeitete Aufl., mit einem Vorwort von C.G. Jung, Einsiedeln.<\/p>\n<p>Jung-Stilling, Johann Heinrich (1808): Theorie der Geister=Kunde, in einer Natur= Vernunft= und Bibelm\u00e4sigen Beantwortung der Frage: Was von den Ahnungen, Gesichten und Geistererscheinungen geglaubt und nicht geglaubt werden m\u00fc\u00dfe. N\u00fcrnberg. S.267-269.<\/p>\n<p>s. Puhle, Annekatrin (Fr\u00fchjahr2005): Mit Goethe durch die Welt der Geister. 4 Bde., St. Goar: Reichel Verlag Der Leuchter. Bd 2, Kap. \u201c<i>Geister von Verstorbenen<\/i>\u201d.<\/p>\n<p>Goethe, Johann Wolfgang von (28.8.1949): Gedenkausgabe der Werke, Briefe und Gespr\u00e4che. Hrsg. von Ernst Beutler. Z\u00fcrich und M\u00fcnchen: Artemis Verlag, 28.8.1949. Eckermann:\u00a0<i>Gespr\u00e4che mit Goethe in den letzten Jahren seines Lebens.<\/i>\u00a014. November 1836, S.774ff.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Annekatrin Puhle: Geister der Goethezeit.\u00a0In: Moritz Bassler, Bettina Gruber und Martina Egelhaaf (Hgg) : Gespenster. Erscheinungen \u2013 Medien \u2013 Theorien. W\u00fcrzburg: K\u00f6nigshausen &amp; Neumann, 2005, S.77-90. 356 pp., EUR 48. ISBN 3 \u2013 8260 \u2013 2608 \u2013 X Geister der Goethezeit Geistererscheinungen geh\u00f6ren keineswegs der Vergangenheit an. Sie sind universell wie aktuell. 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