{"id":738,"date":"2015-08-27T09:30:15","date_gmt":"2015-08-27T07:30:15","guid":{"rendered":"http:\/\/annekatrinpuhle.de\/blog\/?page_id=738"},"modified":"2017-06-26T22:05:21","modified_gmt":"2017-06-26T20:05:21","slug":"new-title-in-german-2","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/annekatrinpuhle.de\/blog\/?page_id=738","title":{"rendered":"Fachaufsatz: Historische Poltergeister"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/annekatrinpuhle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/JournalFreiburg.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1131 aligncenter\" alt=\"JournalFreiburg\" src=\"http:\/\/annekatrinpuhle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/JournalFreiburg-198x300.jpg\" width=\"198\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/annekatrinpuhle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/JournalFreiburg-198x300.jpg 198w, https:\/\/annekatrinpuhle.de\/blog\/wp-content\/uploads\/JournalFreiburg.jpg 507w\" sizes=\"auto, (max-width: 198px) 100vw, 198px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Annekatrin Puhle:\u00a0<\/strong><b>Sechs historische Poltergeistf\u00e4lle aus dem 18. Jahrhundert in Deutschland<\/b><\/p>\n<p>Die Druckfassung erschien in: Zeitschrift f\u00fcr Parapsychologie und Grenzgebiete der Psychologie, 40 \/ 41, 1998 \/ 1999, S.23-40.<\/p>\n<p>\u00dcbersicht<\/p>\n<p>Der Beitrag stellt sechs weitgehend unbekannte historische Spuk (RSPK)-F\u00e4lle aus dem Deutschland des 18. Jahrhunderts vor. Die wichtigsten ph\u00e4nomenologischen Strukturen dieser Berichte werden beschrieben und es wird festgestellt, dass sie mit den aus der Neuzeit bekannten F\u00e4llen bemerkenswert gut \u00fcbereinstimmen. Die Berichte aus dem 18. Jahrhundert sind insofern interessant, als sie sich vor dem Beginn der allgemeinen Elektrifizierung der Haushalte zutrugen, wodurch die G\u00fcltigkeit der elektromagnetischen Theorie der Spukf\u00e4lle erheblich eingeschr\u00e4nkt wird. Ein gemeinsames Merkmal der fr\u00fchen F\u00e4lle besteht darin, dass sie auf dem Hintergrund zeitgen\u00f6ssischer religi\u00f6ser \u00dcberzeugungen interpretiert wurden, die sich von den traditionellen Vorstellungen des Volksglaubens unterschieden. Historisch gesehen zeigt sich dieser Unterschied in der Art und Weise, wie sich in volkst\u00fcmlichen Vorstellungen die Wahrnehmung des Poltergeistes allm\u00e4hlich von cinem freundlich gesinnten Geistwesen (z. B. Kobold) \u00fcber einen im Au\u00dfen erlebten \u00fcblen Geist zu einem im h\u00e4uslichen Innenbereich beheimateten bedrohlichen Geist verlagert. Eine \u00e4hnliche Entwicklung spiegelt sich in vielen zeitgen\u00f6ssischen RSPK-F\u00e4llen wider. Die historische Betrachtungsweise solcher F\u00e4lle kann hilfreich sein, vom die Glaubensvorstellungen zu verstehen, die RSPK-Ph\u00e4nomene gepr\u00e4gt haben.<\/p>\n<p>Wer einen <i>\u201eKobold, eine Nixe, oder ein anderes dergleichen Gespenst\u201c<\/i> in seinem Hause, seinen St\u00e4llen, in B\u00e4chen und Teichen usw. einf\u00e4ngt und, lebendig oder tot, abliefert, erh\u00e4lt beim Oberj\u00e4germeister eine Belohnung von f\u00fcnf Gulden, so geht es aus einem Gemeindeprotokoll der Stadt Hechingen vom 8.2.1525 hervor (Horst, 1825, S. 380). Etwa ein Vierteljahrtausend sp\u00e4ter wurde immer noch die Frage aufgeworfen: <i>\u201eKann ein vern\u00fcnftiger Mann Geister- oder Gespenstererscheinungen glauben\u201c<\/i>, wie der Titel eines 1764 erschienenen Buches lautet (Stuetzing, 1764). Eine diplomatische Antwort hierauf gibt ein Zitat aus dem 1750 erschienenen Poltergeistbericht Fleischers: <i>\u201eDenn ob ich gleich niemals so absurd gewesen, Gespenster und Geister zu leugnen, so habe ich doch dergleichen Begebenheiten, unter die raresten Dinge mitgerechnet\u201c<\/i> (Fleischer, 1750, \u00a7 26 bzw. S. 33f.).<\/p>\n<p>Geister bildeten nun in fr\u00fcheren Jahrhunderten keineswegs eine einheitliche Gruppe. Da gab es z.B. Kobolde, die in der deutschen Tradition als eine Variante von Geistern gesehen wurden. Eine Unterklasse von Kobolden wiederum stellen dann die Poltergeister dar. In der aktuellen Forschung wird im anglo-amerikanischen Bereich dagegen der Terminus \u201epoltergeist\u201c f\u00fcr ganz bestimmte ungew\u00f6hnliche Vorkommnisse benutzt, d.h. f\u00fcr <i>\u201erecurrent spontaneous psychokinesis\u201c<\/i> (RSPK), <i>\u201esich wiederholende spontane Psychokinese\u201c.<\/i> Catherine Crowe (1848) hatte den deutschen Begriff \u201ePoltergeist\u201c in die englische Sprache eingef\u00fchrt, doch im Gegensatz zum deutschen Sprachgebrauch unterscheidet man heute in der anglo-amerikanischen Terminologie zwischen personengebundenen \u201epoltergeists\u201c und ortsgebundenen \u201ehauntings\u201c (Podmore, 1911; Roll, 1977b, S. 399), d.h. zwischen personengebundenem und ortsgebundenem Spuk. Das Wort \u201eSpuk\u201c ist ein <i>\u201ebequemer Sammelname\u201c<\/i>, der anderen Sprachen wie etwa dem Englischen fehlt, und auch \u201ePoltergeister\u201c bilden im Deutschen einen weitgefa\u00dften Begriff, der sich nicht auf personengebundenen Spuk beschr\u00e4nkt, sondern sogar bevorzugt im Zusammenhang mit Spukh\u00e4usern, d.h. ortsgebundenem Spuk, steht (Moser, 1950, S. 15). Die folgenden sechs historischen Berichte beschreiben nun Poltergeistf\u00e4lle, wobei die Frage nach deren Personen- oder Ortsgebundenheit entsprechend dem urspr\u00fcnglichen Sinn des Wortes \u201ePoltergeist\u201c zun\u00e4chst offenbleibt. Fanny Moser hat noch einen dritten Typ von Spukf\u00e4llen herausgestellt, den sie als <i>\u201eephemeren\u201c <\/i>Spuk bezeichnet (1950, S. 38). Das Thema \u201ePoltergeist\u201c ist also \u00e4u\u00dferst komplex und wird von mir an anderer Stelle ausf\u00fchrlicher behandelt (Puhle, 2000). Die sechs hier vorgestellten F\u00e4lle sollen einen Beitrag dazu leisten, unsere heutigen Poltergeist-Begegnungen bzw. <i>\u201epoltergeist encounters\u201c<\/i> \u2013 ein Terminus von Rhea White (1994, S. 150) \u2013 besser zu verstehen. Keiner der ausgew\u00e4hlten F\u00e4lle ist in der j\u00fcngsten RSPK-Forschung detailliert diskutiert worden. Zwei der F\u00e4lle (Wegner und der Dorfschulze von \u00dcblitz) sind in der gegenw\u00e4rtigen Literatur nicht zu finden, auch nicht in der 500 F\u00e4lle umfassenden Sammlung von Gauld und Cornell (1979).<\/p>\n<p>Ich werde nun die sechs ausgew\u00e4hlten F\u00e4lle, die zwischen 1714 und 1760 stattgefunden haben, skizzieren, deren wesentliche Ereignisse zusammenfassen und die am h\u00e4ufigsten berichteten Ph\u00e4nomene vorstellen. Die markanten Z\u00fcge werden in einem sp\u00e4teren Bericht genauer mit denen, die moderne F\u00e4lle charakterisieren, verglichen (Puhle, 2000).<\/p>\n<p>SKIZZIERUNG VON SECHS HISTORISCHEN POLTERGEIST-F\u00c4LLEN<\/p>\n<p>Die sechs F\u00e4lle werden hier in chronologischer Reihenfolge mit ihrem vollen Titel (der im 18. Jahrhundert sehr lang sein und gleichzeitig als Zusammenfassung fungieren konnte) und in der originalen Orthographie angef\u00fchrt.<\/p>\n<p><i>Fall Nr. l von l713:<\/i><\/p>\n<p><i>Florian Bertram Gerstmanns\/ genaue und wahrhqfftige\/ Vorstellung\/ Des Gespenstes\/ Und\/ Polter=Geistes\/ Welches\/ In der Kayserlichen\/ und des Heil. R\u00f6mischen Reichs\/ Freyen Stadt Dortmund, und zwar in dessen Vatters\/ D. Barthold Florian Gerstmanns Hause 4. Wochen weniger\/ 3. Tages\/ viele wunderseltzsame Auffz\u00fcge und Schaden ver\u00fcbet hat.\/ Nebst Anmerckungen und einem Theologischen Bedencken\/ Zum Druck befordert.\/ Leipzig und O\u00dfnabr\u00fcck\/ Verlegt von Michael Andreas Fuhrmann\/ 1714.<\/i> (160 Seiten; vorhanden in der Bayerischen Staatsbibliothek M\u00fcnchen sowie in der Universit\u00e4tsbibliothek Halle.)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zeit: (Vorspiel am 21.4.1713) 5.5.1713-2.6.1713<\/p>\n<p>Dauer: 4 Wochen (einschlie\u00dflich des Vorspiels 6 Wochen)<\/p>\n<p>Beginn: Vorspiel im H\u00fchnerstall um Mitternacht in Gegenwart der kleinen Tochter, dann richtiger Beginn 2 Wochen sp\u00e4ter mit Steinewerfen<\/p>\n<p>Ende: theatralisch mit Gepolter und der Erscheinung eines Schattens in Verbindung mit den Worten <i>\u201eStinck-Beschlu\u00df\u201c <\/i>(S. 146)<\/p>\n<p>Tageszeit: tags\u00fcber und abends<\/p>\n<p>Ort: Dortmund<\/p>\n<p>Autor: Florian Bertram Gerstmann (Text) und dessen Vater D. Barthold Florian Gerstmann (Kommentar)<\/p>\n<p>Profession: Arzt (Vater), Student (Sohn)<\/p>\n<p>Konfession: evangelisch-lutherisch<\/p>\n<p>Betroff. Personen: Ehepaar Gerstmann, Sohn Florian Bertram (Student), ein kleinerer Sohn, eine kleine Tochter, eine Magd<\/p>\n<p>Fokuspersonen: \u00fcberwiegend der Vater und beide S\u00f6hne<\/p>\n<p>Krankheiten: keine<\/p>\n<p>Sachschaden: 147 zerbrochene Fensterscheiben; diverse andere Sch\u00e4den von insgesamt 760 Steinw\u00fcrfen<\/p>\n<p>Personenschaden: kein bemerkenswerter Schaden (S. 37); Personen werden beworfen, so etwa der Vater mit einer Tabakspfeife (S. 103f.) und der \u00e4ltere Sohn mit einem rostigen Messer (S. 111)<\/p>\n<p>Besonderes: Poltergeist respektiert kleinen Sohn, indem er sich einen Gewichtstein und ein Brett abtrotzen l\u00e4\u00dft (S. 119); \u00e4u\u00dferst pr\u00e4zise Dokumentation mit vielen Kommentaren und Hinweisen zur Geschichte von Poltergeistern<\/p>\n<p>Ma\u00dfnahmen: Betstunden<\/p>\n<p>Zeugen: Pastor David Br\u00fcgmann (s. dessen Bericht) u.v.a.; Obrigkeit wurde eingeschaltet<\/p>\n<p>Urteil d. Autors: Ursache ist ein Gespenst (Vater, S. 15), ein garstiger Dreck- und Poltergeist (Vater, S. 17)<\/p>\n<p><i>Kurzdarstellung:<\/i><\/p>\n<p>Der Fall wird ausf\u00fchrlicher in einem anderen Text diskutiert (Puhle, 1999, S. 298-300). Er spielt sich vom 5. Mai bis zum 2. Juni 1713 im Haus des bekannten evangelisch-lutherischen Arztes Barthold Florian Gerstmann ab und wird von seinem derzeit studierenden Sohn Florian Bertram zun\u00e4chst auf Lateinisch im Tagebuchstil verfa\u00dft. Mit seinem 159-Seiten-Bericht ist eine akkurate und au\u00dfergew\u00f6hnlich umfangreiche Poltergeist-Dokumentation erhalten.<\/p>\n<p>Die betroffenen Personen sind das Ehepaar Gerstmann und seine zwei S\u00f6hne, von denen der eine der Berichterstatter ist, w\u00e4hrend der andere lediglich als \u201ekleiner\u201c Sohn bezeichnet, jedoch vom Vater als Zeuge akzeptiert wird. Ferner existiert eine Tochter, die kaum erw\u00e4hnt wird, aber die erste ist, die auf die Ph\u00e4nomene aufmerksam wird, sowie eine ebenfalls im Schatten stehende Magd. Vor allem aber sind auch viele Zaung\u00e4ste vorhanden, denen der Poltergeist kleinere Lektionen erteilt haben soll. Einer der besten Zeugen au\u00dferhalb des Familienkreises ist der Dortmunder Pastor Joh. David Br\u00fcgmann, der in einer 48 Seiten umfassenden Publikation sein Zeugnis \u00fcber den Poltergeist ablegt:<\/p>\n<p><i>Schrifft=\/ und\/ Vernunfft=m\u00e4ssiger\/ Unterricht\/ Was von denen \u00e4usserlichen\/ Wirckungen der Gespensten\/ insgemein\/ und sonderlich des Dortmundischen\/ insonderheit\/ zu halten sey? Und durch welche\/ heilsame Mittel\/ denselben zu begegnen? Auff Begehren hinzugef\u00fcgt\/von\/ Joh. David Br\u00fcgmann, Pastore\/ der Kirchen S. Mariae binnen\/ Dortmund. O\u00dfnabr\u00fcck\/ Verlegts Michael Andreas Fuhrmann\/ Buchh\u00e4ndler daselbst. Anno 1714.<\/i> (48 Seiten; angebunden an Gerstmann, 1714.)<\/p>\n<p>Der Fall beginnt klassisch \u2013 nach einem mittern\u00e4chtlichen Vorspiel im H\u00fchnerstall \u2013 mit Steinewerfen. Das Bombardement beginnt also au\u00dferhalb des Hauses und setzt sich dann innerhalb des Wohnbereiches fort. Insgesamt werden 760 Steinw\u00fcrfe und 147 zerbrochene Fensterscheiben dokumentiert. Die weiteren Ph\u00e4nomene, die sich in Gerstmanns Haus ereignen, sind sehr vielf\u00e4ltig. So kommt neben dem schadenverursachenden Aspekt des Steinewerfens die frech-witzige Komponente des Poltergeistes hinzu, der in Gerstmanns Haus fast ausschlie\u00dflich tags\u00fcber am Werke ist. Allerlei Schabernack und Kuriosit\u00e4ten werden veranstaltet. Eine n\u00e4chste Gruppe von Ereignissen geh\u00f6rt in den Bereich der ernsteren physikalisch abnormen Ph\u00e4nomene, so etwa das h\u00e4ufig berichtete \u00d6ffnen der T\u00fcren von selbst (Gerstmann, 1714, S. 92f.); oder ein Ereignis vom 26. Mai: Am Vormittag zwischen 9 und 10 Uhr wird der schwere Tisch, der in der mittleren Stube am Fenster steht, von alleine vor die T\u00fcr gesetzt: <i>\u201e\u2026als wenn das Gespenste die Th\u00fcr auff solche Weise versperren\/ und den Eingang in die Stube verbieten wollte\u201c <\/i>(Gerstmann, 1714, S. 138). Eine weitere Reihe von Ph\u00e4nomenen kreist um das sogenannte \u201eSekret\u201c, die Toilette. Es findet ein regelrechtes F\u00e4kalien-Spektakel statt. Die schwarze Katze ber\u00fchrt dann einen n\u00e4chsten Kreis von Ph\u00e4nomenen, die Erscheinungen im w\u00f6rtlichen Sinn. Mehrmals wird in Gerstmanns Haus ein Schatten gesehen (Gerstmann, 1714, S. 45, 111 und 145).<\/p>\n<p>Die vierw\u00f6chige Tragikom\u00f6die im Haus Gerstmanns endet theatralisch mit Gepolter und den von Gerstmann mit einem erscheinenden Schatten in Verbindung gebrachten Worten <i>\u201eBeschlus! Schlechten Beschlus! Gar schlechten Beschlus! \u2026 Stinck=Beschlus!\u201c<\/i> (Gerstmann, 1714, S. 146).<\/p>\n<p><i>Fall Nr. 2 von l718:<\/i><\/p>\n<p><i>Das Zeugni\u00df\/ Der reinen Wahrheit von den\/ Sonder= und wunderbahren W\u00fcrckungen eines insgemein sogenannten Kobolds, Oder\/ Unsichtbaren Wesens\/ in der Pfarr=Wohnung zu Gr\u00f6ben, zur Pr\u00fcfung \u00fcbergebene Versuch\/ wie weit\/ in der Erk\u00e4ntni\u00df dieser Sache zu gelangen?\/ auf inst\u00e4ndiges Begehren\/ abgestattet\/ Von des Orts Predigern\/ Jeremias Heinisch, Bernav. March.\/ Jena, Verlegts Joh. Meyers sel. Wittbe. 1723.<\/i> (64 Seiten; vorhanden in der Herzog-August-Bibliothek in Wolfenb\u00fcttel, in der Bayerischen Staatsbibliothek in M\u00fcnchen sowie in der Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar.)<\/p>\n<p>Zeit: 17.6.1718-8.9.1718<\/p>\n<p>Dauer: 12 Wochen<\/p>\n<p>Beginn: Bombardieren des Daches des Viehstalls mit Steinen tags\u00fcber<\/p>\n<p>Ende: am letzten Tag nur ein einziger Wurf direkt neben einen W\u00e4chter in der unteren Wohnstube (S. 19)<\/p>\n<p>Tageszeit: tags und nachts<\/p>\n<p>Ort: Pfarrhaus in Gr\u00f6ben<\/p>\n<p>Autor: Jeremias Heinisch<\/p>\n<p>Profession: Pfarrer<\/p>\n<p>Konfession: evangelisch-lutherisch<\/p>\n<p>Betroff. Personen: Ehepaar Heinisch, einige ihrer Kinder (u.a. ein am 5.8.1718 geborener Sohn), einige M\u00e4gde, W\u00e4chter<\/p>\n<p>Fokuspersonen: keine<\/p>\n<p>Krankheiten: Autor betont, da\u00df weder Phantasie, Melancholie noch eine Krankheit als Ursache in Frage kommt (S. 38)<\/p>\n<p>Sachschaden: zerbrochene Fensterscheiben, verschiedene Hausger\u00e4te<\/p>\n<p>Personenschaden: keiner, aber einer Henne wird der Kopf abgerissen<\/p>\n<p>Besonderes: Geburt eines Sohnes am 5.8.1718; Ausquartierung von Frau Heinisch, den Kindern sowie einigen Hausger\u00e4ten (S. 14); Apporte<\/p>\n<p>Ma\u00dfnahmen: Beten; Pfarrer Heinisch stellt sich vor das bombardierte Fenster, und der Spuk h\u00f6rt w\u00e4hrend dieser Zeit auf (S. 16)<\/p>\n<p>Zeugen: Pfarrer Jeremias Heinisch (S. 19), zehn weitere Personen (S. 12f.), W\u00e4chter (S. 16)<\/p>\n<p>Urteil d. Autors: Ursache ist ein b\u00f6ser Geist<\/p>\n<p><i>Kurzdarstellung:<\/i><\/p>\n<p>Vom 17. Juni bis zum 18. September des Jahres 1718 spielt sich nach dem f\u00fcnf Jahre sp\u00e4ter erschienenen Bericht des betroffenen Pfarrers Jeremias Heinisch ein klassischer Poltergeistfall in dessen Pfarrhaus ab. Zun\u00e4chst wird das Pfarrhaus in Gr\u00f6ben, das in der Umgebung von Jena liegt, tags\u00fcber mit Steinen beworfen, ohne da\u00df eine Ursache gefunden werden kann. Erst am 31. Juli desselben Jahres beobachtet Heinisch, <i>\u201eda\u00df ein Stein, wie aus der Erden im Hoffe, in die H\u00f6he auffs Dach stieg und mit grosser Gewalt aufschlug. Zugleich gaben einige der Zuschauer an: Wie sie die Steine bald aus dem grossen Baum=Garten, bald aus dem Winckel bey der Baum=Garten=Th\u00fcre, bald wie aus der Mauer der Pfarr=Wohnung herkommen sahen\u201c<\/i> (Heinisch, 1723, S. 4). Ab diesem Zeitpunkt nimmt die H\u00e4ufigkeit des Steinewerfens zu, die Steine werden nun gr\u00f6\u00dfer und richten auch Schaden an, indem sie u.a. die Fensterscheiben der unteren Stube zerschmettern. Nach kleineren Unterbrechungen und Intensit\u00e4tsvarianten f\u00e4ngt es ab dem 23. August <i>\u201eTag und Nacht zu toben an\u201c<\/i> (Heinisch, 1723, S. 11). Akustische Ph\u00e4nomene wie das Kratzen mit starken Klauen, das fortw\u00e4hrende Werfen mit Steinen und weitere Sch\u00e4den durch Zerbrechen von T\u00f6pfen und Sch\u00fcsseln st\u00f6ren von nun an so erheblich die Nachtruhe der Hausbewohner, zu denen u.a. die Ehefrau des Pfarrers, das soeben, am 5. August, geborene Kind und einige M\u00e4gde geh\u00f6ren, da\u00df eine partielle Hausr\u00e4umung vorgenommen wird. Auch das Durchdringen von verschlossenen T\u00fcren wird im Gr\u00f6bener Fall berichtet. So wird z.B. am 14. August <i>\u201eein St\u00fcck Bley \u2026 des Tages offt von dem Gewichte der Uhr in der Untern=Stube hinweg genommen, und entweder an meiner Frauen Stuben=Th\u00fcre, oder auf dem Saal vor solcher Stuben, mit grosser Heftigkeit einher geschmissen, und man h\u00f6rete und sahe doch niemahlen die Th\u00fcre der Untern=Stube er\u00f6ffnen\u201c<\/i> (Heinisch, 1723, S. 11).<i> <\/i>Heinisch berichtet noch von etlichen anderen Kuriosit\u00e4ten, die sich in Gr\u00f6ben abspielten, und sagt am Ende seiner Dokumentation:<i> \u201eEs ist meine Absicht nur die haupts\u00e4chlichsten <\/i>[Ph\u00e4nomene]<i> anzuf\u00fchren, und im Voraus diejenigen, welche ich entweder selbst geh\u00f6ret und gesehen, oder doch zum wenigsten mit satsamen Gewi\u00dfheits=Grund erfahren habe\u201c <\/i>(Heinisch, 1723, S. 40).<\/p>\n<p><i>Fall Nr. 3 von l722:<\/i><\/p>\n<p><i>Curieuse und wahrhafftige Nachricht oder Diarium von einem Gespenst und Polter=Geist\/ Welcher im Mecklenburgischen\/ im Amte Gadebusch\/ in dem zum Guth Dutzow geh\u00f6rigen Dorff\/ Sandfeld, in Han\u00df Jochim Dunckelmanns Haus\/ vom 26 Januarii 1722. Bis den 30 Martii a.c. auff gar vielf\u00e4ltige und Verwunderungsw\u00fcrdige Art und Weise\/ seine Affen= und Possen=Spiele\/ zuletzt aber seine W\u00fcrgerey\/ mittelst Ruinierung\/ Fenster\/ Th\u00fcren und Mobilien etc. erwiesen\/ so da\u00df auch der Wirth das Hau\u00df auffgesaget\/ und weg zu ziehen resolviret. Nebst einer Vorrede des Herrn Pastoris zu Roggendorff\/ nach genauer\/ und Inhalts beygef\u00fcgten Notarischen Instruments endlicher Examinirung XXVII. Zeugen\/ als der im Hause gewesenen Leute\/ auch der dahin commandirten W\u00e4chter und anderer. Beschrieben und der curieusen Welt communiciret von Heinrich George Haenell p.t. Verwalter zu Dutzow. Hamburg, gedruckt und zu bekommen bey seel. Thomas von Wierings Erben, bey der B\u00f6rse im g\u00fcldenen A, B, C. 1722.<\/i> (55 Seiten + 9 Seiten Anhang; vorhanden in der Staats- und Universit\u00e4tsbibliothek in Hamburg.)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zeit: ca. 22.1.1722-30.3.1722<\/p>\n<p>Dauer: 9 Wochen<\/p>\n<p>Beginn: eine brennende Lampe verschwindet im Haus vor den Augen der Bewohner, findet sich einige Tage sp\u00e4ter im Garten wieder (S. 2)<\/p>\n<p>Ende: der Hausherr Dunckelmann beschlie\u00dft auszuziehen \u2013 da endet pl\u00f6tzlich der Spuk<\/p>\n<p>Tageszeit: tags und nachts (die Kinder finden nachts keine Ruhe in ihren Betten, S. 51)<\/p>\n<p>Ort: Sandfeld<\/p>\n<p>Autor: Heinrich George Haenell<\/p>\n<p>Profession: Autor: Verwalter des Spukhauses zu Dutzow; Betroffener (Han\u00df Jochim Dunckelmann): \u201eUntertan\u201c des adeligen Gutes Dutzow<\/p>\n<p>Konfession: evangelisch-lutherisch<\/p>\n<p>Betroff. Personen: Han\u00df Jochim Dunckelmann und seine Ehefrau, 3 Kinder: Anna Catharina (13 Jahre), Jochim Hinrich (9 oder 10 Jahre) und Elisabeth (5 Jahre)<\/p>\n<p>Fokuspersonen: keine<\/p>\n<p>Krankheiten: ein Kind ist krank (S. 5), Joachim Busekist (\u201eEinwohnerscher\u201c) ist krank (S. 17), Margaretha Raggs (Zeugin und \u201eEinwohnersche\u201c) ist krank (S. 7) und stirbt am 3.2.1722 (S. 11)<\/p>\n<p>Sachschaden: viele zerbrochene Fensterscheiben; Besch\u00e4digung von T\u00fcr, Fensterwand, Bretterkasten mit halber Gans, Ton-Geschirr, Sch\u00fcsseln, P\u00f6tten, T\u00f6pfen und Eiern<\/p>\n<p>Personenschaden: zehnj\u00e4hriger Junge hat Loch am Kopf (S. 49); Jochim Timbkens Frau wird von einem hei\u00dfen Stein \u00fcber dem Auge getroffen (S. 32); Frau Dunckelmanns Mutter wird die Bibel \u00fcber den Kopf gest\u00fclpt (S. 38)<\/p>\n<p>Besonderes: Herumwerfen mit der Bibel; Ausquartierung aller Kinder (S. 48); verschiedene M\u00e4rchenmotive: Die Erde tut sich auf, und die Kinder tauchen in eine unterirdische Welt, die voll von zwergen\u00e4hnlichen Wesen ist (S. 41); der Tisch deckt sich von allein; das Essen kommt von alleine aus den Sch\u00fcsseln heraus auf die Teller (S. 38)<\/p>\n<p>Ma\u00dfnahmen: Betstunden<\/p>\n<p>Zeugen: 27 namentlich erw\u00e4hnt (Liste im Anhang des Buches)<\/p>\n<p>Urteil d. Autors: Ursache ist ein h\u00f6llischer Drachen, die alte Schlange, ein Rumor- und Polterteufel (S. 55)<\/p>\n<p><i>Kurzdarstellung:<\/i><\/p>\n<p>Wie bereits aus dem Titel ersichtlich, spielt sich dieser Poltergeist-Fall im Haus von Han\u00df Jochim Dunckelmann ab, in einem Dorf namens Sandfeld, und zwar in der Zeit um den 22. Januar bis zum 30. M\u00e4rz 1722. Der Bericht ist in Form eines Tagebuchs (Diarium) von dem Verwalter des Spuk-Hauses, Heinrich George Haenell, verfa\u00dft. Dieser wiederum bekam von h\u00f6herer Stelle, vom Principal des <i>\u201eAdelichen\u201c<\/i> Gutes Dutzow, zu dem damals das D\u00f6rfchen Sandfeld geh\u00f6rte, den Auftrag, die sonderbaren Ereignisse in Dunckelmanns Haus zusammen mit zwei Zeugen zu untersuchen und zu dokumentieren. Der Fall beginnt mit dem Verschwinden einer Lampe im Hause, direkt vor den Augen des Ehepaars Dunckelmann. Bemerkenswert an diesem Spukfall ist vor allem das Anklingen verschiedener m\u00e4rchen\u00e4hnlicher Motive. So haben z.B. Dunckelmanns Kinder <i>\u201e2<\/i> <i>ganz kleine Frauens in ihren Garten\/ und zwar nach der alten Backofen Stelle hingehen\/\u201c<\/i> sehen, und <i>\u201ewie sie bey dem alten Backofen kommen\/ hat sich die Erde auffgethan\/ und sind die zwei kleine Frauens augenblicklich in die Erde hinein gangen\u201c<\/i> (Haenell, 1722, S. 41). Passend zu diesen m\u00e4rchenhaften Z\u00fcgen wird der vorliegende Fall von vielen Erscheinungen und auch akustischen Ph\u00e4nomenen, Stimmen und Mimikry-Ger\u00e4uschen, durchzogen. Nach erheblichem Sach- und Personenschaden endet der Fall schlie\u00dflich, begleitet von vielen Betstunden, unmittelbar nach Dunckelmanns Beschlu\u00df, selbst auszuziehen, nachdem die Kinder bereits ausquartiert worden sind.<\/p>\n<p><i>Fall Nr. 4, wenige Jahre vor 1747:<\/i><\/p>\n<p><i>Georg Wilhelm Wegners\/ Predigers zu Germendorf\/ und Nassenheide\/ Philosophische Abhandlung\/ von\/ Gespenstern\/ Worinn zugleich\/ eine kurtze Nachricht\/ von dem Wustermarckischen Kobold\/ gegeben wird.\/ Horatius.\/ Nos majus veriti, postquam nihil esse pericli\/ Sensimus, erigimur.<\/i> [\u00dcbers, u. Stellennachweis von der Autorin: \u201eWir, die wir Schlimmeres bef\u00fcrchtet haben, fassen Mut, nachdem wir gemerkt haben, da\u00df keine Gefahr besteht.\u201c Horaz, Satiren, 2. Buch, 8. Gedicht, Vers 57, 58.] <i>Berlin, Zu haben bey Haude und C. Spener, 1747. <\/i>(80 Seiten; vorhanden in der Herzog-August-Bibliothek in Wolfenb\u00fcttel.)<\/p>\n<p>Zeit: einige Jahre lang bis <i>\u201eanderthalb viertel Jahr\u201c<\/i> vor dem Gespr\u00e4ch des Autors mit dem betroffenen Pfarrer, das einige Wochen vor Verfassen des Buches von 1747 stattfand<\/p>\n<p>Dauer: einige Jahre<\/p>\n<p>Beginn: keine Angabe<\/p>\n<p>Ende: keine Angabe<\/p>\n<p>Tageszeit: abends und nachts<\/p>\n<p>Ort: Pfarrhaus in Wustermarck<\/p>\n<p>Autor: Georg Wilhelm Wegner, Pfarrer in Germendorf und Nassenheide<\/p>\n<p>Profession: Pfarrer<\/p>\n<p>Konfession: evangelisch-lutherisch<\/p>\n<p>Betroff. Personen: Pfarrer in Wustermarck<\/p>\n<p>Fokuspersonen: nur der Pfarrer erw\u00e4hnt<\/p>\n<p>Krankheiten: keine<\/p>\n<p>Sachschaden: keiner<\/p>\n<p>Personenschaden: keiner<\/p>\n<p>Besonderes: Schlafstelle mu\u00dfte wegen des Spuks vor\u00fcbergehend in einen anderen Raum verlegt werden (S. 73); Erscheinung einer unbekannten Frau<\/p>\n<p>Ma\u00dfnahmen: der Pfarrer von Wustermarck hat den Boden des Spukzimmers (Wohnzimmer) aufbrechen lassen, wodurch ein darunter liegendes versch\u00fcttetes Gew\u00f6lbe entdeckt wurde (S. 75)<\/p>\n<p>Zeugen: Pfarrer von Wustermarck; auf Nachfragen Wegners wei\u00df niemand au\u00dfer dem betroffenen Pfarrer selbst etwas von dem Kobold, obwohl die Geschichte seit einigen Jahren in aller Munde ist; \u201eKomplott des Totschweigens\u201c (Moser, 1950, S. 333; Sexauer, 1958\/59; von Lucadou, 1983) oder \u201eKomplott des Vergessens\u201c (Moser, 1950, S. 336)?<\/p>\n<p>Urteil d. Autors: nat\u00fcrliche Ursache (Wegner, 1747, S. 76); Ursache ist vielleicht ein Tier unter dem Fu\u00dfboden (S. 76); vielleicht existiert noch eine nicht versch\u00fcttete H\u00f6hlung unter dem versch\u00fctteten Gew\u00f6lbe unter dem Fu\u00dfboden (S. 75f.); die Erscheinung am Fenster war vermutlich ein wirklicher Mensch (S. 76); vielleicht waren es auch Einbrecher (S. 76); schlie\u00dflich ist es wohl ein <i>\u201eM\u00e4hrgen\u201c<\/i> (S. 77).<\/p>\n<p><i>Kurzdarstellung:<\/i><\/p>\n<p>Im Jahr 1747 besucht der Pfarrer von Germendorf und Nassenheide, Georg Wilhelm Wegner, gemeinsam mit seinem Sohn und einem Freund das Wustermarckische Pfarrhaus, in dem seit einigen Jahren bis vor kurzem ein Kobold sein Unwesen getrieben haben soll. Der dortige Pfarrer berichtet ihm von <i>\u201eallerhand Ger\u00e4usch und L\u00e4rmen\u201c<\/i> in seiner Wohnstube. Einmal schien es, <i>\u201eals ob jemand einen grossen Kasten auf der Erde fortrutschte\u201c,<\/i> manchmal h\u00f6rte er <i>\u201eeinen Schall, wie von einem starcken Schlag oder Sto\u00df, wovon das Haus ersch\u00fcttert worden\u201c<\/i> (Wegner, 1747, S. 72). Ein andermal <i>\u201esey etwas neben ihm vorbey gegangen, so er wohl h\u00f6ren k\u00f6nnen, aber gesehen h\u00e4tte er nichts\u201c<\/i> (Wegner, 1747, S. 73). Diese und \u00e4hnliche Ph\u00e4nomene zwingen den Pfarrer schlie\u00dflich, sein Bett an eine andere Stelle zu verlegen. Eines Abends steht er drau\u00dfen vor seinem Haus und sieht am Erker-Fenster eine <i>\u201eFrauens=Person \u2026. die eine Begine aufgehabt. Diese h\u00e4tte er gegr\u00fcsset, und er ihr gedancket. Nachdem man sie einige Zeit an diesem Ort gesehen, sey sie endlich weggekommen\u201c<\/i> (Wegner, 1747, S. 73). Die Ereignisse im Wustermarckischen Pfarrhaus sind von Wegner auf nur anderthalb Seiten beschrieben worden. Er kommentiert seinen Bericht mit den Worten: <i>\u201eDas ist nun alles, woraus man einen f\u00fcrchterlichen Kobold gemachet hat. \u2026 Wir bekamen \u2026 auch nichts zu sehen oder zu h\u00f6ren, wie wir gleichwohl w\u00fcnschten\u201c<\/i> (Wegner, 1747, S. 74). Bemerkenswert am Wustermarckischen Fall ist allerdings, da\u00df bei konkretem Nachfragen Wegners niemand anders als der betroffene Pfarrer selbst etwas von dem wohlbekannten Kobold zu wissen vorgibt, obwohl die Geschichte seit einigen Jahren offenbar in aller Munde ist.<\/p>\n<p><i>Fall Nr. 5 von 1749:<\/i><\/p>\n<p><i>M. Johann Michael Fleischers Zuverl\u00e4\u00dfige Nachricht von einem Gespenste, Welches sich 1749 zu Schwartzbach in der Pfarr-Wohnung, Auch ausser derselben, durch Werffen; Singen, Schlagen und Erscheinung ge\u00e4ussert hat. Leipzig, Verlegts Friedrich Lanckischens Erben. 1750.<\/i> (62 Seiten; vorhanden in der Herzog-August-Bibliothek in Wolfenb\u00fcttel, in der Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar sowie in der Bayerischen Staatsbibliothek in M\u00fcnchen.)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zeit: Anfang Juli 1749 bis Anfang September 1749<\/p>\n<p>Dauer: fast 10 Wochen<\/p>\n<p>Beginn: Schlagen an die Fenster (S. 18f. bzw. \u00a7 13)<\/p>\n<p>Ende: nicht angegeben<\/p>\n<p>Tageszeit: tags, doch meistens nachts (S. 60 bzw. \u00a7 49)<\/p>\n<p>Ort: Pfarrwohnung in Schwartzbach<\/p>\n<p>Autor: M. Johann Michael Fleischer<\/p>\n<p>Profession: Autor und Betroffener: Pfarrer<\/p>\n<p>Konfession: evangelisch-lutherisch<\/p>\n<p>Betroff. Personen: Pastor Mag. Friedrich Christoph Schilling, Mutter und Schwestern Schillings, Bruder Schillings (als Gast), Witwe des vorigen Pfarrers W\u00e4chtler, eine knapp 15j\u00e4hrige Magd, ein Studiosus aus Jena (als Gast), ein Schneider aus Schl\u00e4itz (wegen eines Auftrags vor\u00fcbergehend im Haus)<\/p>\n<p>Fokuspersonen: <i>\u201edieser Geist \u2026 ein besonderer Feind des weiblichen Geschlechts\u201c<\/i> (S. 34 bzw. \u00a7 27)<\/p>\n<p>Krankheiten: keine<\/p>\n<p>Sachschaden: keiner<\/p>\n<p>Personenschaden: Eine Schwester oder die Magd wird an der Hand von einem Sachschaden: Stein getroffen (S. 19f. bzw. \u00a7 14); Magd pausenlos mit Steinen, Kalk und Kr\u00f6ten beworfen (S. 30 bzw. \u00a7 23); die Magd hat den Kopf verbunden, da er ihr <i>\u201evon<\/i> <i>dem vielen Werffen schmertzlich wehe thue\u201c<\/i> (S. 32 bzw. \u00a7 25); \u00e4lteste Schwester Schillings heftig mit Steinen beworfen, so da\u00df sie <i>\u201eziemliche Schmertzen an den Gliedern\u201c<\/i> bekommt (S. 30 bzw. \u00a7 23); sie mu\u00dften nachts H\u00fcte tragen, um sich vor den Steinen zu sch\u00fctzen (S. 31 bzw. \u00a7 24); der Schneider aus Schl\u00e4itz wird so heftig am Arm getroffen, <i>\u201eda\u00df eine Beule hievon wird, welche auffspringt, und die er hernach durch Pflaster wieder heilen lassen m\u00fcssen\u201c<\/i> (S. 48 bzw. \u00a7 40); das Vieh im Stall und der Hund an der Kette werden beworfen, so da\u00df der Hund <i>\u201equeilt\u201c<\/i> (S. 22 bzw. \u00a7 15).<\/p>\n<p>Besonderes: Steine kommen aus der Kirche geflogen (S. 27 bzw. 20); Autor nimmt Bezug auf den Spukfall in Gr\u00f6ben (S. 14 bzw. \u00a7 9); es f\u00e4ngt eines Abends unter den F\u00fc\u00dfen der Witwe <i>\u201eso angenehm zu pfeiffen an, als keine Nachtigall verm\u00f6gend ist\u201c<\/i> (S. 37 bzw. \u00a7 29); Hexenmotive: <i>\u201eEs warff sonsten auch mit Leim, Kalck der von der Wand gerissen war, Koth, Kr\u00f6ten und dergleichen sch\u00f6nen Sachen\u201c<\/i> (S. 49 bzw. \u00a7 41; s.a. S. 30 bzw. \u00a7 23).<\/p>\n<p>Ma\u00dfnahmen: keine<\/p>\n<p>Zeugen: mehr als 50 Augen- und Ohrenzeugen (S. 51 bzw. \u00a7 42); Fleischer ist selbst Augenzeuge (S. 32 bzw. \u00a7 25); Fleischer ist <i>\u201evollkommen \u00fcberzeugt, da\u00df nicht ein eintziger falscher Umstand mit eingeflossen ist\u201c<\/i> (S. 50 bzw. \u00a7 42)<\/p>\n<p>Urteil d. Autors: Der Autor ist \u00fcberzeugt von der Wahrheit dieser Geschichte in allen Details (S. 50 bzw. \u00a7 42). <i>\u201eWenn sich ein Gespenste sehen und sp\u00fcren l\u00e4sset, so wei\u00df ich, da\u00df es daseyn m\u00fcsse\u201c<\/i> (S. 12 bzw. \u00a7 8). Die Ursache war ein Gespenst, ein b\u00f6ser Geist, und zwar der Teufel, da dieser Geist den Menschen geschadet hat (S. 57 bzw. \u00a7 47).<\/p>\n<p><i>Kurzdarstellung:<\/i><\/p>\n<p>Der Fall Fleischer beginnt an einem Sommerabend Anfang Juli 1749 mit wiederholten Schl\u00e4gen gegen die Fenster der Pfarrwohnung in Schwartzbach. Dort lebt zu dieser Zeit der Magister Friedrich Christoph Schilling, der Nachfolger des soeben verstorbenen Pfarrers Magister Samuel W\u00e4chtler. Im Pfarrhaus leben ferner nach dem Bericht Fleischers, der selbst <i>\u201eein Diener am Worte\u201c<\/i> in der Pfarre Renthendorff ist, zu der auch das Dorf Schwartzbach geh\u00f6rt, die Witwe W\u00e4chtlers, die Mutter und Schwestern Schillings sowie eine knapp 15j\u00e4hrige Magd.<\/p>\n<p>Fast zehn Wochen h\u00e4lt das \u00fcberwiegend n\u00e4chtliche Bombardement mit Steinen an (Fleischer, 1750, S. 49 bzw. \u00a7 40): <i>\u201eDie Steine, mit denen es warff, waren meist Sand=Steine, wie sie hier auf denen Wegen und Felde liegen, doch waren auch Erzt=Steine dabey, die in hiesiger Gegend nicht gefunden werden. Es warff sonsten auch mit Leim, Kalck der von der Wand gerissen war, Koth, Kr\u00f6ten und dergleichen sch\u00f6nen Sachen\u201c<\/i> (Fleischer, 1750, S. 49 bzw. \u00a7 41). Ungew\u00f6hnlich ist an diesem Fall, da\u00df die Betroffenen, u.a. auch Tiere, tats\u00e4chlich von den Steinen <i>getroffen<\/i> wurden (Fleischer, 1750, S. 19f. bzw. \u00a7 14, S. 22 bzw. \u00a7 15, S. 30 bzw. \u00a7 23, S. 31 bzw. \u00a7 24, S. 32 bzw. \u00a7 25, S. 48 bzw. \u00a7 40). Neben dem Bombardement mit teilweise bis zu sieben Pfund schweren Steinen (Fleischer, 1750, S. 45 bzw. \u00a7 36) kommt es zu verschiedenen anderen Ph\u00e4nomenen wie ungew\u00f6hnlichen Ger\u00e4uschen: Am 10.8.1749 f\u00e4ngt es abends unter den F\u00fc\u00dfen der Witwe <i>\u201eso angenehm zu pfeiffen an, als keine Nachtigall verm\u00f6gend ist\u201c<\/i> (Fleischer, 1750, S. 37 bzw. \u00a7 29). Aber auch Gegenst\u00e4nde werden verstellt und an anderem Ort wieder vorgefunden: <i>\u201eDem einen Tag nimmt es das Brod aus dem Schrancke, tr\u00e4gt es auf den Boden, und legt es hin auf die Treppe. Dem \u00e4ndern Tag reisset es die aufgehangene W\u00e4sche oben auf dem verschlossenen Boden von denen Leinen herunter\u201c<\/i> (Fleischer, 1750, S. 42 bzw. \u00a7 34). Daneben ereignen sich andere, nicht unbedingt an Poltergeistf\u00e4lle gebundene, weit verbreitete Spuk-Episoden, so wird eines Nachts die Magd an den Haaren gepackt (Fleischer, 1750, S. 31 bzw. \u00a7 24). Der Schwartzbacher Poltergeist-Fall, bei dem der <i>\u201eGeist ein besonderer Feind des weiblichen Geschlechts\u201c<\/i> zu sein scheint (Fleischer, 1750, S. 34 bzw. \u00a7 27), kann nach Aussage Fleischers, der selbst \u201e<i>Proben eines unsichtbaren Wesens gesehen\u201c<\/i> hat (Fleischer, 1750, S. 41 bzw. \u00a7 32), <i>\u201emehr als 50 unpartheyische Zeugen aufbringen, die es haben sehen und h\u00f6ren werffen\u201c <\/i>(Fleischer, 1750, S. 51 bzw. \u00a7 42).<\/p>\n<p><i>Fall Nr. 6 von sp\u00e4testens 1756 bis 1760:<\/i><\/p>\n<p>\u201eBrief eines Dorfschulzen \u00fcber seine drei Hausdrakens, oder Kobbolde an Professor D. Meier.\u201c In dem Kap.: \u201eVon einer seltsamen Race gemeiner Elementar= und Haus=Geister, nebst einem merkw\u00fcrdigen Briefe eines Dorfschulzen vom Jahr 1760 \u00fcber seine drei Hausdrakens, oder Kobbolde an den verewigten Professor D. Meier in Halle.\u201c In: <i>Horst, Georg Conrad Zauber=Bibliothek oder von Zauberei, Theurgie und Mantik, Zauberern, Hexen und Hexenprocessen, D\u00e4monen, Gespenstern, und Geistererscheinungen. Zur Bef\u00f6rderung einer rein=geschichtlichen, von Aberglauben und Unglauben freien Beurtheilung dieser Gegenst\u00e4nde. Sechs Theile. Mainz 1821-1826. Bei Florian Kupferberg.<\/i> Bd. 5, 1825, S. 377-379. (3 Seiten; vorhanden in der Herzog-August-Bibliothek in Wolfenb\u00fcttel und in der Universit\u00e4tsbibliothek in Freiburg i.Br.)<\/p>\n<p>Zeit: seit mindestens 4 Jahren vor dem Brief vom 26. August 1760<\/p>\n<p>Dauer: mindestens 4 Jahre<\/p>\n<p>Beginn: keine Angabe<\/p>\n<p>Ende: Fall dauert w\u00e4hrend des Berichtes noch an<\/p>\n<p>Tageszeit: abends und tags<\/p>\n<p>Ort: das Dorf \u00dcblitz<\/p>\n<p>Autor: Dorfschulze von \u00dcblitz<\/p>\n<p>Profession: Dorfschulze<\/p>\n<p>Konfession: katholisch<\/p>\n<p>Betroff. Personen: Dorfschulze und seine Ehefrau<\/p>\n<p>Fokuspersonen: Dorfschulze<\/p>\n<p>Krankheiten: keine<\/p>\n<p>Sachschaden: Haus abgebrannt, wobei das Feuer als eiskalt beschrieben wird (Horst, l825, S. 377)<\/p>\n<p>Personenschaden: keiner<\/p>\n<p>Besonderes: Kobolde werden als hilfreich dargestellt. Der Dorfschulze k\u00f6nne seinen Beruf nicht ohne seine 3 Hausdrachen aus\u00fcben (Horst, 1825, S. 377)<\/p>\n<p>Ma\u00dfnahmen: keine<\/p>\n<p>Zeugen: der Dorfschulze und seine Ehefrau; Bauern aus den Nachbard\u00f6rfern; \u201edie Leute\u201c; \u201edie Obrigkeit\u201c (Horst, 1825, S. 377)<\/p>\n<p>Urteil d. Autors: <i>\u201eIck binner aberst so dumm nich\u201c<\/i>, da\u00df ich es wie der Vater des Priesters nicht glauben darf (Horst, 1825, S. 377).<\/p>\n<p><i>Kurzdarstellung:<\/i><\/p>\n<p>In einem Brief vom 26. August 1760 an Prof. D. Meier in Halle berichtet der Dorfschulze von \u00dcblitz von seinen drei Kobolden bzw. Hausdrachen, die ihm freundschaftlich verbunden seien und ohne die er seinen Beruf nicht aus\u00fcben k\u00f6nne. Vor vier Jahren, als er noch an einem anderen Ort in der Nachbarschaft wohnte, h\u00e4tten ihm die Kobolde <i>\u201edat Huus \u00f6bbern Koppe\u201c<\/i> angesteckt, da sie in einer f\u00fcr ihn wichtigen Angelegenheit nicht mit ihm \u00fcbereinstimmten (Horst, 1825, S. 377). Sie halfen ihm dann allerdings, seine Sachen ganz schnell, d.h. in einer Zeit von zwei Vaterunsern, aus dem Hause zu tragen, so da\u00df lediglich das Haus und die Kisten der Dienstm\u00e4gde abbrannten. Bemerkenswert ist, da\u00df das Feuer eiskalt gewesen sein soll und keiner aus der Nachbarschaft l\u00f6schen helfen wollte, da man glaubte, <i>\u201edat is Kobboldsfyer, dat w\u00fcll wul s\u00fclvst utgahn\u201c<\/i> (Horst, 1825, S. 378). Probleme gab es auch mit der Ehefrau des Dorfschulzen, sie <i>\u201eh\u00fclfe und pl\u00e4rrte\u201c,<\/i> wollte die drei Kobolde nicht akzeptieren, obwohl diese ihr offenbar drei Tonnen mit Geld versprochen hatten. Statt dessen wandte sie sich an <i>\u201edie Obrigkeit\u201c<\/i> und bat um Besichtigung der Tonnen. Doch die Kobolde hatten inzwischen die Tonnen mit <i>Bratgen<\/i> (Backbirnen oder Braten), Asche und Kaffee gef\u00fcllt. So war seine Frau damit eines Besseren belehrt. Der Brief endet mit der Vermutung, da\u00df Prof. Meier und seine Kollegen wie etwa Dr. Semler ihm keinen Glauben schenken m\u00f6gen, er sich aber seiner Sache sicher sei. Mit seiner Unterschrift <i>\u201eSyn sehr dankbarer Schwarzwei\u00df\u201c<\/i> will er die Glaubw\u00fcrdigkeit des Gesagten unterstreichen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><i>Einige ph\u00e4nomenologische Aspekte der sechs beschriebenen historischen Poltergeist-F\u00e4lle<\/i><\/p>\n<p>Die vorgestellten sechs Poltergeist-F\u00e4lle sind unterschiedlich gut dokumentiert: Vier F\u00e4lle sind im Tagebuchstil gehalten (mit 154, 64, 62 und 55 Seiten), w\u00e4hrend die Details von zwei F\u00e4llen (Nr. 4 und Nr. 6) auf nur zwei bis drei Seiten skizziert sind. Die F\u00e4lle Nr. l, Nr. 2, Nr. 3 und Nr. 5 sind wegen ihrer ausgezeichneten Dokumentierung ausgew\u00e4hlt worden und die beiden Kurzberichte Nr. 4 und Nr. 6 nur deswegen einbezogen worden, da sie nirgendwo in der gegenw\u00e4rtigen Literatur erw\u00e4hnt werden und im Gegensatz zu den anderen Berichten stehen: Fall Nr. 4 ist zweifelhaft, zumindest glaubt der Autor des Berichts nicht an dessen Echtheit; Fall Nr. 6 ist ganz einzigartig wegen seiner positiven wie humorvollen Komponenten, und der betroffene Prof. Meier hat offenbar eine Menge Spa\u00df mit seinen Hausdrachen.<\/p>\n<p>Die in den sechs F\u00e4llen beschriebenen Ph\u00e4nomene sind von mir in verschiedene Hauptkategorien mit weiteren Unterkategorien eingeteilt worden. Dies erm\u00f6glichte einen Vergleich ihrer Charakteristika mit denen von bereits erforschten F\u00e4llen aus dem 20. Jahrhundert (Bozzano, 1920, 1930; Gauld &amp; Cornell, 1979; Roll, 1976, 1977, 1978; Tizan\u00e9, 1951, Huesmann &amp; Schriever, 1989 und Cox, 1961). Eine Auswertung des Gerstmann-Falls im Verh\u00e4ltnis zu Tizan\u00e9s Liste typischer Poltergeist-Ph\u00e4nomene liegt in Puhle, 1999 (S. 298-300), vor. Weitere Details des Vergleichs der sechs historischen F\u00e4lle mit neueren F\u00e4llen werden sp\u00e4ter vorgestellt (Puhle, 2000). Hier sollen nur die in den sechs historischen Berichten am h\u00e4ufigsten aufgetretenen Ph\u00e4nomene angef\u00fchrt werden, die auch in den modernen F\u00e4llen vorkommen.<\/p>\n<p><i>Die h\u00e4ufigsten Ph\u00e4nomene:<\/i> Wenn Ausdr\u00fccke wie \u201eoft\u201c, \u201eeinige\u201c und \u201eviele\u201c zur Beschreibung des t\u00e4glichen Auftretens eines Ph\u00e4nomens in den historischen Berichten benutzt wurden, so werden sie hier als ein oder mehr Vorf\u00e4lle pro Tag gez\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Unerkl\u00e4rliche Bewegungen von Gegenst\u00e4nden: 128 oder mehr Vorf\u00e4lle<\/p>\n<p>Steine spielen eine Rolle: 75 oder mehr Vorf\u00e4lle<\/p>\n<p>Bombardement: 68 Vorf\u00e4lle<\/p>\n<p>Bombardieren von Personen: 36 Vorf\u00e4lle<\/p>\n<p>Zerbrechen oder Zerst\u00f6ren von Gegenst\u00e4nden (ausgenommen Fensterscheiben): 55 Vorf\u00e4lle<\/p>\n<p>Steine zerbrechen Fensterscheiben und dringen durch \u00d6ffnungen nach innen ein: 49 oder mehr Vorf\u00e4lle<\/p>\n<p>Gegenst\u00e4nde werden geworfen: 39 oder mehr Vorf\u00e4lle<\/p>\n<p>und sind hei\u00df beim Anfassen: 5 Vorf\u00e4lle<\/p>\n<p>Optische Erscheinungen: 37 Vorf\u00e4lle<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><i>Welche Bedeutung haben diese sechs historischen Poltergeist-F\u00e4lle f\u00fcr die RSPK-Forschung?<\/i><\/p>\n<p>In den vorliegenden sechs historischen F\u00e4llen lie\u00dfen sich keine Fokus-Personen ausfindig machen, wie etwa <i>pubertierende Jugendliche.<\/i> In vier F\u00e4llen sind vielmehr die ganzen Familien einschlie\u00dflich der Kinder involviert. Im Text Fleischers wird das weibliche Geschlecht, im Fall Gerstmann das m\u00e4nnliche bevorzugt. Lediglich in den zwei sehr knapp beschriebenen F\u00e4llen (Wegner und der Dorfschulze von \u00dcblitz) scheint es sich um zentrale Personen zu handeln.<\/p>\n<p>Aussagen \u00fcber <i>psychopathologische Befindlichkeiten<\/i> einzelner Familienmitglieder sowie Hinweise auf eine <i>gespannte Familiensituation<\/i> sind aus den vorliegenden Texten, selbst aus der pr\u00e4zisen Dokumentation des Arztes Gerstmann, nicht herauszulesen. Gauld und Cornell schlie\u00dfen aus ihrer 500 F\u00e4lle umfassenden Sammlung, da\u00df nur in sehr wenigen F\u00e4llen Ph\u00e4nomene auftreten, die unabh\u00e4ngig von einer einzelnen Person oder einem Medium sind (Gauld &amp; Cornell 1979, S. 342). Auch Bender sagt von sich selbst und anderen Poltergeist-Forschern wie Roll, Cox, Eisler, Larcher, Palmer, Pratt und noch anderen, sie w\u00fcrden Poltergeist-F\u00e4lle charakterisieren, <i>\u201eals ob es keine andere \u201aagency\u2018 g\u00e4be als die Fokus-Person oder -Personen, die \u201aMedien\u2018\u201c<\/i> (Bender, 1979, S. 134). Man kann lediglich sagen, da\u00df in den hier berichteten F\u00e4llen weder Zeichen von <i>Psychopathologie<\/i> noch Anzeichen f\u00fcr Krankheiten wie <i>Epilepsie<\/i> oder <i>St\u00f6rungen des Zentralnervensystems (CNS disturbances)<\/i> vorhanden sind, die Rolls These (Roll, 1977, S. 409) best\u00e4tigen w\u00fcrden (vgl. dazu Taboas\u2018 und Alvarados Kritik 1981). Positiv gesehen betont Pfarrer Heinisch (Fall Nr. 2) sogar, da\u00df es <i>\u201egantz und gar unvern\u00fcnftig\u201c<\/i> sei, <i>\u201eeine blosse Phantasie, leere Einbildung, oder ein melancholisches Temperament und Kranckheit zur Ursache einer nat\u00fcrlichen Aufl\u00f6sung\u201c<\/i> seines Spukfalls zu machen (Heinisch, 1723, S. 38).<\/p>\n<p>Elektromagnetische Felder in Haushalt und Industrie als ausl\u00f6sende Faktoren f\u00fcr Poltergeist-Ph\u00e4nomene (Nichols, 1998) kommen selbstverst\u00e4ndlich f\u00fcr diese Zeit noch nicht in Frage. Die Anwendung von Elektrizit\u00e4t in der Industrie und in Haushalten begann in den U. S.A. und in Europa erst sehr langsam mit von Siemens\u2018 Erfindung des Elektromotors im Jahr 1866 und Edisons Erfindung der Gl\u00fchbirne im Jahr 1879.<\/p>\n<p>Die Rolle von nat\u00fcrlichen elektrischen Feldern in Form von geomagnetischer Aktivit\u00e4t ist bei den historischen F\u00e4llen nat\u00fcrlich nicht ausgeschlossen. Die Untersuchungen von Wilkinson und Gauld (1993, S. 304-305), Roll und Gearhart (1974) sowie von Gearhart und Persinger (1986) haben \u00fcbereinstimmend ergeben, da\u00df der Beginn von Poltergeist-F\u00e4llen mit einer signifikant h\u00f6heren globalen geomagnetischen Aktivit\u00e4t korreliert.<\/p>\n<p>Ein noch praktisch unerforschter Faktor ist die <i>religi\u00f6se Einstellung<\/i> bzw. die <i>Weltanschauung<\/i> der bei einem Spukfall betroffenen Personen. Es ist bemerkenswert, da\u00df drei der berichteten F\u00e4lle in protestantischen Pfarrh\u00e4usern spielten, w\u00e4hrend im 4. Fall der Arzt Gerstmann in t\u00e4glichem Kontakt mit einem protestantischen Pfarrer steht und im 5. Fall laufend Betstunden abgehalten werden. Nur im letzten Fall, in dem Bericht des Dorfschulzen \u00fcber seine hilfreichen drei Hausdrachen, f\u00e4llt dessen eher unabh\u00e4ngige Haltung der Kirche gegen\u00fcber \u2013 hier ist die katholische gemeint \u2013 aus dem Rahmen, wenn er sich etwa \u00e4u\u00dfert: <i>\u201e\u2026de nesewyken Papen m\u00f6tten dat Muul oock h\u00fcbsch tohollen, wenn se mich aberl\u00f6vische Narren heeten wullen\u201c<\/i> (Horst, 1825, S. 379). Offensichtlich hat er auch geradezu Spa\u00df an derartigen Spukberichten, denn er schreibt an Prof. Meier: <i>\u201eIck hebbe Syn Dingelken von den Wirkungen des Teufels auf dem Erdboden mit veel Vergn\u00fcgen elesen\u201d<\/i> (Horst, 1825, S. 377).<\/p>\n<p>Dies f\u00fchrt nun weiter zu der Frage nach der bedrohlichen versus freundlichen Natur des Poltergeistes. Es ist aus der Volkskunde und Ethnologie bekannt, da\u00df die <i>au\u00dferhalb<\/i> einer Siedlung umgehenden Geister in der Regel als bedrohlich empfunden wurden, dagegen die sich <i>innerhalb<\/i> eines Dorfes oder eines Hauses bzw. Stalles aufhaltenden Geister bei allen V\u00f6lkern grunds\u00e4tzlich positiv erlebt wurden. Typische Poltergeist-Charakteristika wie Schabernacktreiben lassen sich schon in fr\u00fcherer Zeit bei den Naturgeistern, bei den Waldd\u00e4monen z.B., entdecken (B\u00e4chtold-St\u00e4ubli, 1987, Bd. 3, Sp. 478). Viele andere charakteristische Z\u00fcge von Poltergeistern, so etwa das Klopfen und Steinewerfen, findet man ebenfalls in der reichen Vielfalt mythologischer Formen im Bereich der Volkskunde.<\/p>\n<p>Eine negative Bewertung aller geisterhaften Erscheinungen, die sich nicht dem Wirken von Engeln zuschreiben lassen, setzte erst mit dem Christentum ein. Davon zeugen die seit Luthers Zeiten f\u00fcr den deutschen Sprachraum nachgewiesenen Schimpf-Namen f\u00fcr diesen urspr\u00fcnglich so freundlich-hilfreichen \u201egeistigen\u201c Hausgenossen: Der Hauskobold wird zum <i>\u201ePoltergeist\u201c<\/i>, zum <i>\u201eFratzteufel\u201c<\/i>,<i> \u201eHausteufel\u201c<\/i>,<i> \u201eRumor-\u201e<\/i> und \u201e<i>Polterteufel\u201c<\/i>, zum <i>\u201eTeufels-Affen\u201c<\/i>,<i> \u201eHexen-\u201c<\/i> und <i>\u201eTeufelsgespenst\u201c<\/i>, er ist nun ein \u201e<i>Drachen\u201c<\/i> oder <i>\u201eDraken\u201c<\/i>,<i> \u201eSpuk-\u201c<\/i>,<i> \u201eDreck-\u201c<\/i> und <i>\u201eSchreckgeist\u201c,<\/i> ein <i>\u201eSchei\u00dfh\u00e4user\u201c<\/i> und <i>\u201eRabbaudermanneken\u201c<\/i> (Horst, 1825, S. 349; Horst, 1830, Bd. l, S. 248; Gerstmann, 1714, S. 3, 13, 17, 99, 119). Er ist ein h\u00f6llischer Geist.<\/p>\n<p>Aus der deutschen Volkskunde sind uns dagegen die erfreulichen Aspekte dieser koboldartigen Geister \u00fcberliefert, die kulturweit die gr\u00f6\u00dfte Gruppe aller Geister ausmachen. So sagt Schott in seiner \u201ePhysica curiosa\u201c, die Deutschen w\u00fcrden diese kleinen Geister <i>\u201eGutelen\u201c<\/i> nennen, weil sie den Menschen so <i>gut<\/i> gesonnen seien (Schott, 1662). Weitere Beispiele f\u00fcr den positiven Charakter der Kobolde werden bei Puhle angef\u00fchrt (1999, S.304f.; s.a. Puhle, 2000).<\/p>\n<p>Der Hausgeist hat sich also \u2013 in einem <i>kausalen<\/i> oder <i>analogen<\/i> Zusammenhang mit dem Christentum \u2013 von einem Freund in einen Feind des Menschen verwandelt. Diese Verschiebung der urspr\u00fcnglich im <i>Au\u00dfen<\/i> erlebten \u00fcblen Geister in den h\u00e4uslichen <i>Innenbereich<\/i> spiegelt sich wider in dem Charakteristikum von Spukabl\u00e4ufen: Die Ph\u00e4nomene beginnen mit einem Stein-Bombardement des Hauses von <i>au\u00dfen<\/i> und verlagern sich dann langsam nach <i>innen<\/i> (vgl. die F\u00e4lle Nr. l, 2 und 5, d.h. Gerstmann, Heinisch und Fleischer). Diesen Aspekt hatte neben anderen Autoren schon Tizan\u00e9 aufgrund seiner 100 franz\u00f6sische F\u00e4lle umfassenden Sammlung herausgehoben (1951). Bender bezeichnete das Werfen von Steinen als eine <i>\u201eDrohgeb\u00e4rde\u201c<\/i>, eine <i>\u201earchaische Form der Aggression\u201c<\/i>; es sei <i>\u201etranskulturell\u201c<\/i> und als Zu-Tode-Steinigen eine barbarische Form der Bestrafung (Bender, 1979, S. 136). Unser Poltergeist ist ein Hausgeist, der seine Identit\u00e4t verloren hat \u2013 ein gefallener Engel gleichsam, ein gefallener Hausgeist.<\/p>\n<p>Wegner sagt 1747: <i>\u201eWerde ich gleich nicht bestimmen, was die Gespenster sind, so gedencke<\/i> [ich] <i>doch darzuthun, da\u00df sie das nicht w\u00fcrcklich sind, oder seyn k\u00f6nnen, wof\u00fcr man sie ausgiebt\u201c<\/i> (Wegner, 1747, S. 6).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><i>Danksagung<\/i><\/p>\n<p>Ich bedanke mich sehr herzlich bei Eberhard Bauer f\u00fcr seine Inspiration und Unterst\u00fctzung bei diesem Projekt sowie bei Adrian Parker f\u00fcr seine hilfreichen Kommentare zum Text.<\/p>\n<p>(Anschrift der Verfasserin: Dr. Annekathrin Puhle, Gustavsgatan 39, S \u2013 41669 G\u00f6teborg, Schweden)<\/p>\n<p>Summary<\/p>\n<p><i>Six Selected Poltergeist Cases from the 1700s in Germany.<\/i> \u2013 Six unknown or relatively unknown poltergeist cases from the 18th century are presented. The main phenomenological features of these cases are described and found to correspond well with those belonging to modern poltergeist cases. The cases from the 18th century are of special interest because they occurred before the advent of household electricity (limiting the application of an electro-magnetic theory of poltergeist phenomena). A common feature of the early cases is the interpretation of the phenomena in terms of the strong religious belief system of the time contrasting with earlier interpretations, which had been made in the folklore tradition. This contrast is reviewed historically in order to show how in folklore the perception of the poltergeist has changed from that of a friendly spirit to become first an externally threatening agent, finally becoming a domestically threatening agent. This is a progression which is paralleled in the ways which many contemporary RSPK-cases develop. This historical perspective on poltergeists rnay help us to understand the role of that belief has in the form which poltergeist and haunting cases take.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Literaturverzeichnis<\/p>\n<p>Anonym (Dorfschulze aus \u00dcblitz) (1760). Von einer seltsamen Race gemeiner Elementar= und Haus=Geister, nebst einem merkw\u00fcrdigen Briefe eines Dorfschulzen vom Jahr 1760 \u00fcber seine drei Hausdrakens\u2026 In Horst, G. C. (1825), <i>Zauber-Bibliothek,<\/i> Bd. 5. Mainz: F. Kupferberg, S. 377-379.<\/p>\n<p>B\u00e4chtold-St\u00e4ubli, H. &amp; Hoffmann-Krayer, E. (Hrsg.) (1987), <i>Handbuch des deutschen Aberglaubens.<\/i> 10 Bde. Berlin: De Gruyter.<\/p>\n<p>Bauer, E. (1986). Kerner und die Parapsychologie. In Berger-Fix, A., <i>Nur wenn man von Geistern spricht. Briefe und Klecksographien.<\/i> Stuttgart und Wien: Edition Erdmann in K. Thienemanns Verlag, S. 105-123, 233-236.<\/p>\n<p>Barrett, W. F. (191l). 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