Annekatrin Puhle, Dr.phil. / PhD

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Fachaufsatz: Historische Poltergeister

JournalFreiburg

Annekatrin Puhle: Sechs historische Poltergeistfälle aus dem 18. Jahrhundert in Deutschland

Die Druckfassung erschien in: Zeitschrift für Parapsychologie und Grenzgebiete der Psychologie, 40 / 41, 1998 / 1999, S.23-40.

Übersicht

Der Beitrag stellt sechs weitgehend unbekannte historische Spuk (RSPK)-Fälle aus dem Deutschland des 18. Jahrhunderts vor. Die wichtigsten phänomenologischen Strukturen dieser Berichte werden beschrieben und es wird festgestellt, dass sie mit den aus der Neuzeit bekannten Fällen bemerkenswert gut übereinstimmen. Die Berichte aus dem 18. Jahrhundert sind insofern interessant, als sie sich vor dem Beginn der allgemeinen Elektrifizierung der Haushalte zutrugen, wodurch die Gültigkeit der elektromagnetischen Theorie der Spukfälle erheblich eingeschränkt wird. Ein gemeinsames Merkmal der frühen Fälle besteht darin, dass sie auf dem Hintergrund zeitgenössischer religiöser Überzeugungen interpretiert wurden, die sich von den traditionellen Vorstellungen des Volksglaubens unterschieden. Historisch gesehen zeigt sich dieser Unterschied in der Art und Weise, wie sich in volkstümlichen Vorstellungen die Wahrnehmung des Poltergeistes allmählich von cinem freundlich gesinnten Geistwesen (z. B. Kobold) über einen im Außen erlebten üblen Geist zu einem im häuslichen Innenbereich beheimateten bedrohlichen Geist verlagert. Eine ähnliche Entwicklung spiegelt sich in vielen zeitgenössischen RSPK-Fällen wider. Die historische Betrachtungsweise solcher Fälle kann hilfreich sein, vom die Glaubensvorstellungen zu verstehen, die RSPK-Phänomene geprägt haben.

Wer einen „Kobold, eine Nixe, oder ein anderes dergleichen Gespenst“ in seinem Hause, seinen Ställen, in Bächen und Teichen usw. einfängt und, lebendig oder tot, abliefert, erhält beim Oberjägermeister eine Belohnung von fünf Gulden, so geht es aus einem Gemeindeprotokoll der Stadt Hechingen vom 8.2.1525 hervor (Horst, 1825, S. 380). Etwa ein Vierteljahrtausend später wurde immer noch die Frage aufgeworfen: „Kann ein vernünftiger Mann Geister- oder Gespenstererscheinungen glauben“, wie der Titel eines 1764 erschienenen Buches lautet (Stuetzing, 1764). Eine diplomatische Antwort hierauf gibt ein Zitat aus dem 1750 erschienenen Poltergeistbericht Fleischers: „Denn ob ich gleich niemals so absurd gewesen, Gespenster und Geister zu leugnen, so habe ich doch dergleichen Begebenheiten, unter die raresten Dinge mitgerechnet“ (Fleischer, 1750, § 26 bzw. S. 33f.).

Geister bildeten nun in früheren Jahrhunderten keineswegs eine einheitliche Gruppe. Da gab es z.B. Kobolde, die in der deutschen Tradition als eine Variante von Geistern gesehen wurden. Eine Unterklasse von Kobolden wiederum stellen dann die Poltergeister dar. In der aktuellen Forschung wird im anglo-amerikanischen Bereich dagegen der Terminus „poltergeist“ für ganz bestimmte ungewöhnliche Vorkommnisse benutzt, d.h. für „recurrent spontaneous psychokinesis“ (RSPK), „sich wiederholende spontane Psychokinese“. Catherine Crowe (1848) hatte den deutschen Begriff „Poltergeist“ in die englische Sprache eingeführt, doch im Gegensatz zum deutschen Sprachgebrauch unterscheidet man heute in der anglo-amerikanischen Terminologie zwischen personengebundenen „poltergeists“ und ortsgebundenen „hauntings“ (Podmore, 1911; Roll, 1977b, S. 399), d.h. zwischen personengebundenem und ortsgebundenem Spuk. Das Wort „Spuk“ ist ein „bequemer Sammelname“, der anderen Sprachen wie etwa dem Englischen fehlt, und auch „Poltergeister“ bilden im Deutschen einen weitgefaßten Begriff, der sich nicht auf personengebundenen Spuk beschränkt, sondern sogar bevorzugt im Zusammenhang mit Spukhäusern, d.h. ortsgebundenem Spuk, steht (Moser, 1950, S. 15). Die folgenden sechs historischen Berichte beschreiben nun Poltergeistfälle, wobei die Frage nach deren Personen- oder Ortsgebundenheit entsprechend dem ursprünglichen Sinn des Wortes „Poltergeist“ zunächst offenbleibt. Fanny Moser hat noch einen dritten Typ von Spukfällen herausgestellt, den sie als „ephemeren“ Spuk bezeichnet (1950, S. 38). Das Thema „Poltergeist“ ist also äußerst komplex und wird von mir an anderer Stelle ausführlicher behandelt (Puhle, 2000). Die sechs hier vorgestellten Fälle sollen einen Beitrag dazu leisten, unsere heutigen Poltergeist-Begegnungen bzw. „poltergeist encounters“ – ein Terminus von Rhea White (1994, S. 150) – besser zu verstehen. Keiner der ausgewählten Fälle ist in der jüngsten RSPK-Forschung detailliert diskutiert worden. Zwei der Fälle (Wegner und der Dorfschulze von Üblitz) sind in der gegenwärtigen Literatur nicht zu finden, auch nicht in der 500 Fälle umfassenden Sammlung von Gauld und Cornell (1979).

Ich werde nun die sechs ausgewählten Fälle, die zwischen 1714 und 1760 stattgefunden haben, skizzieren, deren wesentliche Ereignisse zusammenfassen und die am häufigsten berichteten Phänomene vorstellen. Die markanten Züge werden in einem späteren Bericht genauer mit denen, die moderne Fälle charakterisieren, verglichen (Puhle, 2000).

SKIZZIERUNG VON SECHS HISTORISCHEN POLTERGEIST-FÄLLEN

Die sechs Fälle werden hier in chronologischer Reihenfolge mit ihrem vollen Titel (der im 18. Jahrhundert sehr lang sein und gleichzeitig als Zusammenfassung fungieren konnte) und in der originalen Orthographie angeführt.

Fall Nr. l von l713:

Florian Bertram Gerstmanns/ genaue und wahrhqfftige/ Vorstellung/ Des Gespenstes/ Und/ Polter=Geistes/ Welches/ In der Kayserlichen/ und des Heil. Römischen Reichs/ Freyen Stadt Dortmund, und zwar in dessen Vatters/ D. Barthold Florian Gerstmanns Hause 4. Wochen weniger/ 3. Tages/ viele wunderseltzsame Auffzüge und Schaden verübet hat./ Nebst Anmerckungen und einem Theologischen Bedencken/ Zum Druck befordert./ Leipzig und Oßnabrück/ Verlegt von Michael Andreas Fuhrmann/ 1714. (160 Seiten; vorhanden in der Bayerischen Staatsbibliothek München sowie in der Universitätsbibliothek Halle.)

 

Zeit: (Vorspiel am 21.4.1713) 5.5.1713-2.6.1713

Dauer: 4 Wochen (einschließlich des Vorspiels 6 Wochen)

Beginn: Vorspiel im Hühnerstall um Mitternacht in Gegenwart der kleinen Tochter, dann richtiger Beginn 2 Wochen später mit Steinewerfen

Ende: theatralisch mit Gepolter und der Erscheinung eines Schattens in Verbindung mit den Worten „Stinck-Beschluß“ (S. 146)

Tageszeit: tagsüber und abends

Ort: Dortmund

Autor: Florian Bertram Gerstmann (Text) und dessen Vater D. Barthold Florian Gerstmann (Kommentar)

Profession: Arzt (Vater), Student (Sohn)

Konfession: evangelisch-lutherisch

Betroff. Personen: Ehepaar Gerstmann, Sohn Florian Bertram (Student), ein kleinerer Sohn, eine kleine Tochter, eine Magd

Fokuspersonen: überwiegend der Vater und beide Söhne

Krankheiten: keine

Sachschaden: 147 zerbrochene Fensterscheiben; diverse andere Schäden von insgesamt 760 Steinwürfen

Personenschaden: kein bemerkenswerter Schaden (S. 37); Personen werden beworfen, so etwa der Vater mit einer Tabakspfeife (S. 103f.) und der ältere Sohn mit einem rostigen Messer (S. 111)

Besonderes: Poltergeist respektiert kleinen Sohn, indem er sich einen Gewichtstein und ein Brett abtrotzen läßt (S. 119); äußerst präzise Dokumentation mit vielen Kommentaren und Hinweisen zur Geschichte von Poltergeistern

Maßnahmen: Betstunden

Zeugen: Pastor David Brügmann (s. dessen Bericht) u.v.a.; Obrigkeit wurde eingeschaltet

Urteil d. Autors: Ursache ist ein Gespenst (Vater, S. 15), ein garstiger Dreck- und Poltergeist (Vater, S. 17)

Kurzdarstellung:

Der Fall wird ausführlicher in einem anderen Text diskutiert (Puhle, 1999, S. 298-300). Er spielt sich vom 5. Mai bis zum 2. Juni 1713 im Haus des bekannten evangelisch-lutherischen Arztes Barthold Florian Gerstmann ab und wird von seinem derzeit studierenden Sohn Florian Bertram zunächst auf Lateinisch im Tagebuchstil verfaßt. Mit seinem 159-Seiten-Bericht ist eine akkurate und außergewöhnlich umfangreiche Poltergeist-Dokumentation erhalten.

Die betroffenen Personen sind das Ehepaar Gerstmann und seine zwei Söhne, von denen der eine der Berichterstatter ist, während der andere lediglich als „kleiner“ Sohn bezeichnet, jedoch vom Vater als Zeuge akzeptiert wird. Ferner existiert eine Tochter, die kaum erwähnt wird, aber die erste ist, die auf die Phänomene aufmerksam wird, sowie eine ebenfalls im Schatten stehende Magd. Vor allem aber sind auch viele Zaungäste vorhanden, denen der Poltergeist kleinere Lektionen erteilt haben soll. Einer der besten Zeugen außerhalb des Familienkreises ist der Dortmunder Pastor Joh. David Brügmann, der in einer 48 Seiten umfassenden Publikation sein Zeugnis über den Poltergeist ablegt:

Schrifft=/ und/ Vernunfft=mässiger/ Unterricht/ Was von denen äusserlichen/ Wirckungen der Gespensten/ insgemein/ und sonderlich des Dortmundischen/ insonderheit/ zu halten sey? Und durch welche/ heilsame Mittel/ denselben zu begegnen? Auff Begehren hinzugefügt/von/ Joh. David Brügmann, Pastore/ der Kirchen S. Mariae binnen/ Dortmund. Oßnabrück/ Verlegts Michael Andreas Fuhrmann/ Buchhändler daselbst. Anno 1714. (48 Seiten; angebunden an Gerstmann, 1714.)

Der Fall beginnt klassisch – nach einem mitternächtlichen Vorspiel im Hühnerstall – mit Steinewerfen. Das Bombardement beginnt also außerhalb des Hauses und setzt sich dann innerhalb des Wohnbereiches fort. Insgesamt werden 760 Steinwürfe und 147 zerbrochene Fensterscheiben dokumentiert. Die weiteren Phänomene, die sich in Gerstmanns Haus ereignen, sind sehr vielfältig. So kommt neben dem schadenverursachenden Aspekt des Steinewerfens die frech-witzige Komponente des Poltergeistes hinzu, der in Gerstmanns Haus fast ausschließlich tagsüber am Werke ist. Allerlei Schabernack und Kuriositäten werden veranstaltet. Eine nächste Gruppe von Ereignissen gehört in den Bereich der ernsteren physikalisch abnormen Phänomene, so etwa das häufig berichtete Öffnen der Türen von selbst (Gerstmann, 1714, S. 92f.); oder ein Ereignis vom 26. Mai: Am Vormittag zwischen 9 und 10 Uhr wird der schwere Tisch, der in der mittleren Stube am Fenster steht, von alleine vor die Tür gesetzt: „…als wenn das Gespenste die Thür auff solche Weise versperren/ und den Eingang in die Stube verbieten wollte“ (Gerstmann, 1714, S. 138). Eine weitere Reihe von Phänomenen kreist um das sogenannte „Sekret“, die Toilette. Es findet ein regelrechtes Fäkalien-Spektakel statt. Die schwarze Katze berührt dann einen nächsten Kreis von Phänomenen, die Erscheinungen im wörtlichen Sinn. Mehrmals wird in Gerstmanns Haus ein Schatten gesehen (Gerstmann, 1714, S. 45, 111 und 145).

Die vierwöchige Tragikomödie im Haus Gerstmanns endet theatralisch mit Gepolter und den von Gerstmann mit einem erscheinenden Schatten in Verbindung gebrachten Worten „Beschlus! Schlechten Beschlus! Gar schlechten Beschlus! … Stinck=Beschlus!“ (Gerstmann, 1714, S. 146).

Fall Nr. 2 von l718:

Das Zeugniß/ Der reinen Wahrheit von den/ Sonder= und wunderbahren Würckungen eines insgemein sogenannten Kobolds, Oder/ Unsichtbaren Wesens/ in der Pfarr=Wohnung zu Gröben, zur Prüfung übergebene Versuch/ wie weit/ in der Erkäntniß dieser Sache zu gelangen?/ auf inständiges Begehren/ abgestattet/ Von des Orts Predigern/ Jeremias Heinisch, Bernav. March./ Jena, Verlegts Joh. Meyers sel. Wittbe. 1723. (64 Seiten; vorhanden in der Herzog-August-Bibliothek in Wolfenbüttel, in der Bayerischen Staatsbibliothek in München sowie in der Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar.)

Zeit: 17.6.1718-8.9.1718

Dauer: 12 Wochen

Beginn: Bombardieren des Daches des Viehstalls mit Steinen tagsüber

Ende: am letzten Tag nur ein einziger Wurf direkt neben einen Wächter in der unteren Wohnstube (S. 19)

Tageszeit: tags und nachts

Ort: Pfarrhaus in Gröben

Autor: Jeremias Heinisch

Profession: Pfarrer

Konfession: evangelisch-lutherisch

Betroff. Personen: Ehepaar Heinisch, einige ihrer Kinder (u.a. ein am 5.8.1718 geborener Sohn), einige Mägde, Wächter

Fokuspersonen: keine

Krankheiten: Autor betont, daß weder Phantasie, Melancholie noch eine Krankheit als Ursache in Frage kommt (S. 38)

Sachschaden: zerbrochene Fensterscheiben, verschiedene Hausgeräte

Personenschaden: keiner, aber einer Henne wird der Kopf abgerissen

Besonderes: Geburt eines Sohnes am 5.8.1718; Ausquartierung von Frau Heinisch, den Kindern sowie einigen Hausgeräten (S. 14); Apporte

Maßnahmen: Beten; Pfarrer Heinisch stellt sich vor das bombardierte Fenster, und der Spuk hört während dieser Zeit auf (S. 16)

Zeugen: Pfarrer Jeremias Heinisch (S. 19), zehn weitere Personen (S. 12f.), Wächter (S. 16)

Urteil d. Autors: Ursache ist ein böser Geist

Kurzdarstellung:

Vom 17. Juni bis zum 18. September des Jahres 1718 spielt sich nach dem fünf Jahre später erschienenen Bericht des betroffenen Pfarrers Jeremias Heinisch ein klassischer Poltergeistfall in dessen Pfarrhaus ab. Zunächst wird das Pfarrhaus in Gröben, das in der Umgebung von Jena liegt, tagsüber mit Steinen beworfen, ohne daß eine Ursache gefunden werden kann. Erst am 31. Juli desselben Jahres beobachtet Heinisch, „daß ein Stein, wie aus der Erden im Hoffe, in die Höhe auffs Dach stieg und mit grosser Gewalt aufschlug. Zugleich gaben einige der Zuschauer an: Wie sie die Steine bald aus dem grossen Baum=Garten, bald aus dem Winckel bey der Baum=Garten=Thüre, bald wie aus der Mauer der Pfarr=Wohnung herkommen sahen“ (Heinisch, 1723, S. 4). Ab diesem Zeitpunkt nimmt die Häufigkeit des Steinewerfens zu, die Steine werden nun größer und richten auch Schaden an, indem sie u.a. die Fensterscheiben der unteren Stube zerschmettern. Nach kleineren Unterbrechungen und Intensitätsvarianten fängt es ab dem 23. August „Tag und Nacht zu toben an“ (Heinisch, 1723, S. 11). Akustische Phänomene wie das Kratzen mit starken Klauen, das fortwährende Werfen mit Steinen und weitere Schäden durch Zerbrechen von Töpfen und Schüsseln stören von nun an so erheblich die Nachtruhe der Hausbewohner, zu denen u.a. die Ehefrau des Pfarrers, das soeben, am 5. August, geborene Kind und einige Mägde gehören, daß eine partielle Hausräumung vorgenommen wird. Auch das Durchdringen von verschlossenen Türen wird im Gröbener Fall berichtet. So wird z.B. am 14. August „ein Stück Bley … des Tages offt von dem Gewichte der Uhr in der Untern=Stube hinweg genommen, und entweder an meiner Frauen Stuben=Thüre, oder auf dem Saal vor solcher Stuben, mit grosser Heftigkeit einher geschmissen, und man hörete und sahe doch niemahlen die Thüre der Untern=Stube eröffnen“ (Heinisch, 1723, S. 11). Heinisch berichtet noch von etlichen anderen Kuriositäten, die sich in Gröben abspielten, und sagt am Ende seiner Dokumentation: „Es ist meine Absicht nur die hauptsächlichsten [Phänomene] anzuführen, und im Voraus diejenigen, welche ich entweder selbst gehöret und gesehen, oder doch zum wenigsten mit satsamen Gewißheits=Grund erfahren habe“ (Heinisch, 1723, S. 40).

Fall Nr. 3 von l722:

Curieuse und wahrhafftige Nachricht oder Diarium von einem Gespenst und Polter=Geist/ Welcher im Mecklenburgischen/ im Amte Gadebusch/ in dem zum Guth Dutzow gehörigen Dorff/ Sandfeld, in Hanß Jochim Dunckelmanns Haus/ vom 26 Januarii 1722. Bis den 30 Martii a.c. auff gar vielfältige und Verwunderungswürdige Art und Weise/ seine Affen= und Possen=Spiele/ zuletzt aber seine Würgerey/ mittelst Ruinierung/ Fenster/ Thüren und Mobilien etc. erwiesen/ so daß auch der Wirth das Hauß auffgesaget/ und weg zu ziehen resolviret. Nebst einer Vorrede des Herrn Pastoris zu Roggendorff/ nach genauer/ und Inhalts beygefügten Notarischen Instruments endlicher Examinirung XXVII. Zeugen/ als der im Hause gewesenen Leute/ auch der dahin commandirten Wächter und anderer. Beschrieben und der curieusen Welt communiciret von Heinrich George Haenell p.t. Verwalter zu Dutzow. Hamburg, gedruckt und zu bekommen bey seel. Thomas von Wierings Erben, bey der Börse im güldenen A, B, C. 1722. (55 Seiten + 9 Seiten Anhang; vorhanden in der Staats- und Universitätsbibliothek in Hamburg.)

 

Zeit: ca. 22.1.1722-30.3.1722

Dauer: 9 Wochen

Beginn: eine brennende Lampe verschwindet im Haus vor den Augen der Bewohner, findet sich einige Tage später im Garten wieder (S. 2)

Ende: der Hausherr Dunckelmann beschließt auszuziehen – da endet plötzlich der Spuk

Tageszeit: tags und nachts (die Kinder finden nachts keine Ruhe in ihren Betten, S. 51)

Ort: Sandfeld

Autor: Heinrich George Haenell

Profession: Autor: Verwalter des Spukhauses zu Dutzow; Betroffener (Hanß Jochim Dunckelmann): „Untertan“ des adeligen Gutes Dutzow

Konfession: evangelisch-lutherisch

Betroff. Personen: Hanß Jochim Dunckelmann und seine Ehefrau, 3 Kinder: Anna Catharina (13 Jahre), Jochim Hinrich (9 oder 10 Jahre) und Elisabeth (5 Jahre)

Fokuspersonen: keine

Krankheiten: ein Kind ist krank (S. 5), Joachim Busekist („Einwohnerscher“) ist krank (S. 17), Margaretha Raggs (Zeugin und „Einwohnersche“) ist krank (S. 7) und stirbt am 3.2.1722 (S. 11)

Sachschaden: viele zerbrochene Fensterscheiben; Beschädigung von Tür, Fensterwand, Bretterkasten mit halber Gans, Ton-Geschirr, Schüsseln, Pötten, Töpfen und Eiern

Personenschaden: zehnjähriger Junge hat Loch am Kopf (S. 49); Jochim Timbkens Frau wird von einem heißen Stein über dem Auge getroffen (S. 32); Frau Dunckelmanns Mutter wird die Bibel über den Kopf gestülpt (S. 38)

Besonderes: Herumwerfen mit der Bibel; Ausquartierung aller Kinder (S. 48); verschiedene Märchenmotive: Die Erde tut sich auf, und die Kinder tauchen in eine unterirdische Welt, die voll von zwergenähnlichen Wesen ist (S. 41); der Tisch deckt sich von allein; das Essen kommt von alleine aus den Schüsseln heraus auf die Teller (S. 38)

Maßnahmen: Betstunden

Zeugen: 27 namentlich erwähnt (Liste im Anhang des Buches)

Urteil d. Autors: Ursache ist ein höllischer Drachen, die alte Schlange, ein Rumor- und Polterteufel (S. 55)

Kurzdarstellung:

Wie bereits aus dem Titel ersichtlich, spielt sich dieser Poltergeist-Fall im Haus von Hanß Jochim Dunckelmann ab, in einem Dorf namens Sandfeld, und zwar in der Zeit um den 22. Januar bis zum 30. März 1722. Der Bericht ist in Form eines Tagebuchs (Diarium) von dem Verwalter des Spuk-Hauses, Heinrich George Haenell, verfaßt. Dieser wiederum bekam von höherer Stelle, vom Principal des „Adelichen“ Gutes Dutzow, zu dem damals das Dörfchen Sandfeld gehörte, den Auftrag, die sonderbaren Ereignisse in Dunckelmanns Haus zusammen mit zwei Zeugen zu untersuchen und zu dokumentieren. Der Fall beginnt mit dem Verschwinden einer Lampe im Hause, direkt vor den Augen des Ehepaars Dunckelmann. Bemerkenswert an diesem Spukfall ist vor allem das Anklingen verschiedener märchenähnlicher Motive. So haben z.B. Dunckelmanns Kinder „2 ganz kleine Frauens in ihren Garten/ und zwar nach der alten Backofen Stelle hingehen/“ sehen, und „wie sie bey dem alten Backofen kommen/ hat sich die Erde auffgethan/ und sind die zwei kleine Frauens augenblicklich in die Erde hinein gangen“ (Haenell, 1722, S. 41). Passend zu diesen märchenhaften Zügen wird der vorliegende Fall von vielen Erscheinungen und auch akustischen Phänomenen, Stimmen und Mimikry-Geräuschen, durchzogen. Nach erheblichem Sach- und Personenschaden endet der Fall schließlich, begleitet von vielen Betstunden, unmittelbar nach Dunckelmanns Beschluß, selbst auszuziehen, nachdem die Kinder bereits ausquartiert worden sind.

Fall Nr. 4, wenige Jahre vor 1747:

Georg Wilhelm Wegners/ Predigers zu Germendorf/ und Nassenheide/ Philosophische Abhandlung/ von/ Gespenstern/ Worinn zugleich/ eine kurtze Nachricht/ von dem Wustermarckischen Kobold/ gegeben wird./ Horatius./ Nos majus veriti, postquam nihil esse pericli/ Sensimus, erigimur. [Übers, u. Stellennachweis von der Autorin: „Wir, die wir Schlimmeres befürchtet haben, fassen Mut, nachdem wir gemerkt haben, daß keine Gefahr besteht.“ Horaz, Satiren, 2. Buch, 8. Gedicht, Vers 57, 58.] Berlin, Zu haben bey Haude und C. Spener, 1747. (80 Seiten; vorhanden in der Herzog-August-Bibliothek in Wolfenbüttel.)

Zeit: einige Jahre lang bis „anderthalb viertel Jahr“ vor dem Gespräch des Autors mit dem betroffenen Pfarrer, das einige Wochen vor Verfassen des Buches von 1747 stattfand

Dauer: einige Jahre

Beginn: keine Angabe

Ende: keine Angabe

Tageszeit: abends und nachts

Ort: Pfarrhaus in Wustermarck

Autor: Georg Wilhelm Wegner, Pfarrer in Germendorf und Nassenheide

Profession: Pfarrer

Konfession: evangelisch-lutherisch

Betroff. Personen: Pfarrer in Wustermarck

Fokuspersonen: nur der Pfarrer erwähnt

Krankheiten: keine

Sachschaden: keiner

Personenschaden: keiner

Besonderes: Schlafstelle mußte wegen des Spuks vorübergehend in einen anderen Raum verlegt werden (S. 73); Erscheinung einer unbekannten Frau

Maßnahmen: der Pfarrer von Wustermarck hat den Boden des Spukzimmers (Wohnzimmer) aufbrechen lassen, wodurch ein darunter liegendes verschüttetes Gewölbe entdeckt wurde (S. 75)

Zeugen: Pfarrer von Wustermarck; auf Nachfragen Wegners weiß niemand außer dem betroffenen Pfarrer selbst etwas von dem Kobold, obwohl die Geschichte seit einigen Jahren in aller Munde ist; „Komplott des Totschweigens“ (Moser, 1950, S. 333; Sexauer, 1958/59; von Lucadou, 1983) oder „Komplott des Vergessens“ (Moser, 1950, S. 336)?

Urteil d. Autors: natürliche Ursache (Wegner, 1747, S. 76); Ursache ist vielleicht ein Tier unter dem Fußboden (S. 76); vielleicht existiert noch eine nicht verschüttete Höhlung unter dem verschütteten Gewölbe unter dem Fußboden (S. 75f.); die Erscheinung am Fenster war vermutlich ein wirklicher Mensch (S. 76); vielleicht waren es auch Einbrecher (S. 76); schließlich ist es wohl ein „Mährgen“ (S. 77).

Kurzdarstellung:

Im Jahr 1747 besucht der Pfarrer von Germendorf und Nassenheide, Georg Wilhelm Wegner, gemeinsam mit seinem Sohn und einem Freund das Wustermarckische Pfarrhaus, in dem seit einigen Jahren bis vor kurzem ein Kobold sein Unwesen getrieben haben soll. Der dortige Pfarrer berichtet ihm von „allerhand Geräusch und Lärmen“ in seiner Wohnstube. Einmal schien es, „als ob jemand einen grossen Kasten auf der Erde fortrutschte“, manchmal hörte er „einen Schall, wie von einem starcken Schlag oder Stoß, wovon das Haus erschüttert worden“ (Wegner, 1747, S. 72). Ein andermal „sey etwas neben ihm vorbey gegangen, so er wohl hören können, aber gesehen hätte er nichts“ (Wegner, 1747, S. 73). Diese und ähnliche Phänomene zwingen den Pfarrer schließlich, sein Bett an eine andere Stelle zu verlegen. Eines Abends steht er draußen vor seinem Haus und sieht am Erker-Fenster eine „Frauens=Person …. die eine Begine aufgehabt. Diese hätte er gegrüsset, und er ihr gedancket. Nachdem man sie einige Zeit an diesem Ort gesehen, sey sie endlich weggekommen“ (Wegner, 1747, S. 73). Die Ereignisse im Wustermarckischen Pfarrhaus sind von Wegner auf nur anderthalb Seiten beschrieben worden. Er kommentiert seinen Bericht mit den Worten: „Das ist nun alles, woraus man einen fürchterlichen Kobold gemachet hat. … Wir bekamen … auch nichts zu sehen oder zu hören, wie wir gleichwohl wünschten“ (Wegner, 1747, S. 74). Bemerkenswert am Wustermarckischen Fall ist allerdings, daß bei konkretem Nachfragen Wegners niemand anders als der betroffene Pfarrer selbst etwas von dem wohlbekannten Kobold zu wissen vorgibt, obwohl die Geschichte seit einigen Jahren offenbar in aller Munde ist.

Fall Nr. 5 von 1749:

M. Johann Michael Fleischers Zuverläßige Nachricht von einem Gespenste, Welches sich 1749 zu Schwartzbach in der Pfarr-Wohnung, Auch ausser derselben, durch Werffen; Singen, Schlagen und Erscheinung geäussert hat. Leipzig, Verlegts Friedrich Lanckischens Erben. 1750. (62 Seiten; vorhanden in der Herzog-August-Bibliothek in Wolfenbüttel, in der Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar sowie in der Bayerischen Staatsbibliothek in München.)

 

 

Zeit: Anfang Juli 1749 bis Anfang September 1749

Dauer: fast 10 Wochen

Beginn: Schlagen an die Fenster (S. 18f. bzw. § 13)

Ende: nicht angegeben

Tageszeit: tags, doch meistens nachts (S. 60 bzw. § 49)

Ort: Pfarrwohnung in Schwartzbach

Autor: M. Johann Michael Fleischer

Profession: Autor und Betroffener: Pfarrer

Konfession: evangelisch-lutherisch

Betroff. Personen: Pastor Mag. Friedrich Christoph Schilling, Mutter und Schwestern Schillings, Bruder Schillings (als Gast), Witwe des vorigen Pfarrers Wächtler, eine knapp 15jährige Magd, ein Studiosus aus Jena (als Gast), ein Schneider aus Schläitz (wegen eines Auftrags vorübergehend im Haus)

Fokuspersonen: „dieser Geist … ein besonderer Feind des weiblichen Geschlechts“ (S. 34 bzw. § 27)

Krankheiten: keine

Sachschaden: keiner

Personenschaden: Eine Schwester oder die Magd wird an der Hand von einem Sachschaden: Stein getroffen (S. 19f. bzw. § 14); Magd pausenlos mit Steinen, Kalk und Kröten beworfen (S. 30 bzw. § 23); die Magd hat den Kopf verbunden, da er ihr „von dem vielen Werffen schmertzlich wehe thue“ (S. 32 bzw. § 25); älteste Schwester Schillings heftig mit Steinen beworfen, so daß sie „ziemliche Schmertzen an den Gliedern“ bekommt (S. 30 bzw. § 23); sie mußten nachts Hüte tragen, um sich vor den Steinen zu schützen (S. 31 bzw. § 24); der Schneider aus Schläitz wird so heftig am Arm getroffen, „daß eine Beule hievon wird, welche auffspringt, und die er hernach durch Pflaster wieder heilen lassen müssen“ (S. 48 bzw. § 40); das Vieh im Stall und der Hund an der Kette werden beworfen, so daß der Hund „queilt“ (S. 22 bzw. § 15).

Besonderes: Steine kommen aus der Kirche geflogen (S. 27 bzw. 20); Autor nimmt Bezug auf den Spukfall in Gröben (S. 14 bzw. § 9); es fängt eines Abends unter den Füßen der Witwe „so angenehm zu pfeiffen an, als keine Nachtigall vermögend ist“ (S. 37 bzw. § 29); Hexenmotive: „Es warff sonsten auch mit Leim, Kalck der von der Wand gerissen war, Koth, Kröten und dergleichen schönen Sachen“ (S. 49 bzw. § 41; s.a. S. 30 bzw. § 23).

Maßnahmen: keine

Zeugen: mehr als 50 Augen- und Ohrenzeugen (S. 51 bzw. § 42); Fleischer ist selbst Augenzeuge (S. 32 bzw. § 25); Fleischer ist „vollkommen überzeugt, daß nicht ein eintziger falscher Umstand mit eingeflossen ist“ (S. 50 bzw. § 42)

Urteil d. Autors: Der Autor ist überzeugt von der Wahrheit dieser Geschichte in allen Details (S. 50 bzw. § 42). „Wenn sich ein Gespenste sehen und spüren lässet, so weiß ich, daß es daseyn müsse“ (S. 12 bzw. § 8). Die Ursache war ein Gespenst, ein böser Geist, und zwar der Teufel, da dieser Geist den Menschen geschadet hat (S. 57 bzw. § 47).

Kurzdarstellung:

Der Fall Fleischer beginnt an einem Sommerabend Anfang Juli 1749 mit wiederholten Schlägen gegen die Fenster der Pfarrwohnung in Schwartzbach. Dort lebt zu dieser Zeit der Magister Friedrich Christoph Schilling, der Nachfolger des soeben verstorbenen Pfarrers Magister Samuel Wächtler. Im Pfarrhaus leben ferner nach dem Bericht Fleischers, der selbst „ein Diener am Worte“ in der Pfarre Renthendorff ist, zu der auch das Dorf Schwartzbach gehört, die Witwe Wächtlers, die Mutter und Schwestern Schillings sowie eine knapp 15jährige Magd.

Fast zehn Wochen hält das überwiegend nächtliche Bombardement mit Steinen an (Fleischer, 1750, S. 49 bzw. § 40): „Die Steine, mit denen es warff, waren meist Sand=Steine, wie sie hier auf denen Wegen und Felde liegen, doch waren auch Erzt=Steine dabey, die in hiesiger Gegend nicht gefunden werden. Es warff sonsten auch mit Leim, Kalck der von der Wand gerissen war, Koth, Kröten und dergleichen schönen Sachen“ (Fleischer, 1750, S. 49 bzw. § 41). Ungewöhnlich ist an diesem Fall, daß die Betroffenen, u.a. auch Tiere, tatsächlich von den Steinen getroffen wurden (Fleischer, 1750, S. 19f. bzw. § 14, S. 22 bzw. § 15, S. 30 bzw. § 23, S. 31 bzw. § 24, S. 32 bzw. § 25, S. 48 bzw. § 40). Neben dem Bombardement mit teilweise bis zu sieben Pfund schweren Steinen (Fleischer, 1750, S. 45 bzw. § 36) kommt es zu verschiedenen anderen Phänomenen wie ungewöhnlichen Geräuschen: Am 10.8.1749 fängt es abends unter den Füßen der Witwe „so angenehm zu pfeiffen an, als keine Nachtigall vermögend ist“ (Fleischer, 1750, S. 37 bzw. § 29). Aber auch Gegenstände werden verstellt und an anderem Ort wieder vorgefunden: „Dem einen Tag nimmt es das Brod aus dem Schrancke, trägt es auf den Boden, und legt es hin auf die Treppe. Dem ändern Tag reisset es die aufgehangene Wäsche oben auf dem verschlossenen Boden von denen Leinen herunter“ (Fleischer, 1750, S. 42 bzw. § 34). Daneben ereignen sich andere, nicht unbedingt an Poltergeistfälle gebundene, weit verbreitete Spuk-Episoden, so wird eines Nachts die Magd an den Haaren gepackt (Fleischer, 1750, S. 31 bzw. § 24). Der Schwartzbacher Poltergeist-Fall, bei dem der „Geist ein besonderer Feind des weiblichen Geschlechts“ zu sein scheint (Fleischer, 1750, S. 34 bzw. § 27), kann nach Aussage Fleischers, der selbst „Proben eines unsichtbaren Wesens gesehen“ hat (Fleischer, 1750, S. 41 bzw. § 32), „mehr als 50 unpartheyische Zeugen aufbringen, die es haben sehen und hören werffen“ (Fleischer, 1750, S. 51 bzw. § 42).

Fall Nr. 6 von spätestens 1756 bis 1760:

„Brief eines Dorfschulzen über seine drei Hausdrakens, oder Kobbolde an Professor D. Meier.“ In dem Kap.: „Von einer seltsamen Race gemeiner Elementar= und Haus=Geister, nebst einem merkwürdigen Briefe eines Dorfschulzen vom Jahr 1760 über seine drei Hausdrakens, oder Kobbolde an den verewigten Professor D. Meier in Halle.“ In: Horst, Georg Conrad Zauber=Bibliothek oder von Zauberei, Theurgie und Mantik, Zauberern, Hexen und Hexenprocessen, Dämonen, Gespenstern, und Geistererscheinungen. Zur Beförderung einer rein=geschichtlichen, von Aberglauben und Unglauben freien Beurtheilung dieser Gegenstände. Sechs Theile. Mainz 1821-1826. Bei Florian Kupferberg. Bd. 5, 1825, S. 377-379. (3 Seiten; vorhanden in der Herzog-August-Bibliothek in Wolfenbüttel und in der Universitätsbibliothek in Freiburg i.Br.)

Zeit: seit mindestens 4 Jahren vor dem Brief vom 26. August 1760

Dauer: mindestens 4 Jahre

Beginn: keine Angabe

Ende: Fall dauert während des Berichtes noch an

Tageszeit: abends und tags

Ort: das Dorf Üblitz

Autor: Dorfschulze von Üblitz

Profession: Dorfschulze

Konfession: katholisch

Betroff. Personen: Dorfschulze und seine Ehefrau

Fokuspersonen: Dorfschulze

Krankheiten: keine

Sachschaden: Haus abgebrannt, wobei das Feuer als eiskalt beschrieben wird (Horst, l825, S. 377)

Personenschaden: keiner

Besonderes: Kobolde werden als hilfreich dargestellt. Der Dorfschulze könne seinen Beruf nicht ohne seine 3 Hausdrachen ausüben (Horst, 1825, S. 377)

Maßnahmen: keine

Zeugen: der Dorfschulze und seine Ehefrau; Bauern aus den Nachbardörfern; „die Leute“; „die Obrigkeit“ (Horst, 1825, S. 377)

Urteil d. Autors: „Ick binner aberst so dumm nich“, daß ich es wie der Vater des Priesters nicht glauben darf (Horst, 1825, S. 377).

Kurzdarstellung:

In einem Brief vom 26. August 1760 an Prof. D. Meier in Halle berichtet der Dorfschulze von Üblitz von seinen drei Kobolden bzw. Hausdrachen, die ihm freundschaftlich verbunden seien und ohne die er seinen Beruf nicht ausüben könne. Vor vier Jahren, als er noch an einem anderen Ort in der Nachbarschaft wohnte, hätten ihm die Kobolde „dat Huus öbbern Koppe“ angesteckt, da sie in einer für ihn wichtigen Angelegenheit nicht mit ihm übereinstimmten (Horst, 1825, S. 377). Sie halfen ihm dann allerdings, seine Sachen ganz schnell, d.h. in einer Zeit von zwei Vaterunsern, aus dem Hause zu tragen, so daß lediglich das Haus und die Kisten der Dienstmägde abbrannten. Bemerkenswert ist, daß das Feuer eiskalt gewesen sein soll und keiner aus der Nachbarschaft löschen helfen wollte, da man glaubte, „dat is Kobboldsfyer, dat wüll wul sülvst utgahn“ (Horst, 1825, S. 378). Probleme gab es auch mit der Ehefrau des Dorfschulzen, sie „hülfe und plärrte“, wollte die drei Kobolde nicht akzeptieren, obwohl diese ihr offenbar drei Tonnen mit Geld versprochen hatten. Statt dessen wandte sie sich an „die Obrigkeit“ und bat um Besichtigung der Tonnen. Doch die Kobolde hatten inzwischen die Tonnen mit Bratgen (Backbirnen oder Braten), Asche und Kaffee gefüllt. So war seine Frau damit eines Besseren belehrt. Der Brief endet mit der Vermutung, daß Prof. Meier und seine Kollegen wie etwa Dr. Semler ihm keinen Glauben schenken mögen, er sich aber seiner Sache sicher sei. Mit seiner Unterschrift „Syn sehr dankbarer Schwarzweiß“ will er die Glaubwürdigkeit des Gesagten unterstreichen.

 

Einige phänomenologische Aspekte der sechs beschriebenen historischen Poltergeist-Fälle

Die vorgestellten sechs Poltergeist-Fälle sind unterschiedlich gut dokumentiert: Vier Fälle sind im Tagebuchstil gehalten (mit 154, 64, 62 und 55 Seiten), während die Details von zwei Fällen (Nr. 4 und Nr. 6) auf nur zwei bis drei Seiten skizziert sind. Die Fälle Nr. l, Nr. 2, Nr. 3 und Nr. 5 sind wegen ihrer ausgezeichneten Dokumentierung ausgewählt worden und die beiden Kurzberichte Nr. 4 und Nr. 6 nur deswegen einbezogen worden, da sie nirgendwo in der gegenwärtigen Literatur erwähnt werden und im Gegensatz zu den anderen Berichten stehen: Fall Nr. 4 ist zweifelhaft, zumindest glaubt der Autor des Berichts nicht an dessen Echtheit; Fall Nr. 6 ist ganz einzigartig wegen seiner positiven wie humorvollen Komponenten, und der betroffene Prof. Meier hat offenbar eine Menge Spaß mit seinen Hausdrachen.

Die in den sechs Fällen beschriebenen Phänomene sind von mir in verschiedene Hauptkategorien mit weiteren Unterkategorien eingeteilt worden. Dies ermöglichte einen Vergleich ihrer Charakteristika mit denen von bereits erforschten Fällen aus dem 20. Jahrhundert (Bozzano, 1920, 1930; Gauld & Cornell, 1979; Roll, 1976, 1977, 1978; Tizané, 1951, Huesmann & Schriever, 1989 und Cox, 1961). Eine Auswertung des Gerstmann-Falls im Verhältnis zu Tizanés Liste typischer Poltergeist-Phänomene liegt in Puhle, 1999 (S. 298-300), vor. Weitere Details des Vergleichs der sechs historischen Fälle mit neueren Fällen werden später vorgestellt (Puhle, 2000). Hier sollen nur die in den sechs historischen Berichten am häufigsten aufgetretenen Phänomene angeführt werden, die auch in den modernen Fällen vorkommen.

Die häufigsten Phänomene: Wenn Ausdrücke wie „oft“, „einige“ und „viele“ zur Beschreibung des täglichen Auftretens eines Phänomens in den historischen Berichten benutzt wurden, so werden sie hier als ein oder mehr Vorfälle pro Tag gezählt.

Unerklärliche Bewegungen von Gegenständen: 128 oder mehr Vorfälle

Steine spielen eine Rolle: 75 oder mehr Vorfälle

Bombardement: 68 Vorfälle

Bombardieren von Personen: 36 Vorfälle

Zerbrechen oder Zerstören von Gegenständen (ausgenommen Fensterscheiben): 55 Vorfälle

Steine zerbrechen Fensterscheiben und dringen durch Öffnungen nach innen ein: 49 oder mehr Vorfälle

Gegenstände werden geworfen: 39 oder mehr Vorfälle

und sind heiß beim Anfassen: 5 Vorfälle

Optische Erscheinungen: 37 Vorfälle

 

Welche Bedeutung haben diese sechs historischen Poltergeist-Fälle für die RSPK-Forschung?

In den vorliegenden sechs historischen Fällen ließen sich keine Fokus-Personen ausfindig machen, wie etwa pubertierende Jugendliche. In vier Fällen sind vielmehr die ganzen Familien einschließlich der Kinder involviert. Im Text Fleischers wird das weibliche Geschlecht, im Fall Gerstmann das männliche bevorzugt. Lediglich in den zwei sehr knapp beschriebenen Fällen (Wegner und der Dorfschulze von Üblitz) scheint es sich um zentrale Personen zu handeln.

Aussagen über psychopathologische Befindlichkeiten einzelner Familienmitglieder sowie Hinweise auf eine gespannte Familiensituation sind aus den vorliegenden Texten, selbst aus der präzisen Dokumentation des Arztes Gerstmann, nicht herauszulesen. Gauld und Cornell schließen aus ihrer 500 Fälle umfassenden Sammlung, daß nur in sehr wenigen Fällen Phänomene auftreten, die unabhängig von einer einzelnen Person oder einem Medium sind (Gauld & Cornell 1979, S. 342). Auch Bender sagt von sich selbst und anderen Poltergeist-Forschern wie Roll, Cox, Eisler, Larcher, Palmer, Pratt und noch anderen, sie würden Poltergeist-Fälle charakterisieren, „als ob es keine andere ‚agency‘ gäbe als die Fokus-Person oder -Personen, die ‚Medien‘“ (Bender, 1979, S. 134). Man kann lediglich sagen, daß in den hier berichteten Fällen weder Zeichen von Psychopathologie noch Anzeichen für Krankheiten wie Epilepsie oder Störungen des Zentralnervensystems (CNS disturbances) vorhanden sind, die Rolls These (Roll, 1977, S. 409) bestätigen würden (vgl. dazu Taboas‘ und Alvarados Kritik 1981). Positiv gesehen betont Pfarrer Heinisch (Fall Nr. 2) sogar, daß es „gantz und gar unvernünftig“ sei, „eine blosse Phantasie, leere Einbildung, oder ein melancholisches Temperament und Kranckheit zur Ursache einer natürlichen Auflösung“ seines Spukfalls zu machen (Heinisch, 1723, S. 38).

Elektromagnetische Felder in Haushalt und Industrie als auslösende Faktoren für Poltergeist-Phänomene (Nichols, 1998) kommen selbstverständlich für diese Zeit noch nicht in Frage. Die Anwendung von Elektrizität in der Industrie und in Haushalten begann in den U. S.A. und in Europa erst sehr langsam mit von Siemens‘ Erfindung des Elektromotors im Jahr 1866 und Edisons Erfindung der Glühbirne im Jahr 1879.

Die Rolle von natürlichen elektrischen Feldern in Form von geomagnetischer Aktivität ist bei den historischen Fällen natürlich nicht ausgeschlossen. Die Untersuchungen von Wilkinson und Gauld (1993, S. 304-305), Roll und Gearhart (1974) sowie von Gearhart und Persinger (1986) haben übereinstimmend ergeben, daß der Beginn von Poltergeist-Fällen mit einer signifikant höheren globalen geomagnetischen Aktivität korreliert.

Ein noch praktisch unerforschter Faktor ist die religiöse Einstellung bzw. die Weltanschauung der bei einem Spukfall betroffenen Personen. Es ist bemerkenswert, daß drei der berichteten Fälle in protestantischen Pfarrhäusern spielten, während im 4. Fall der Arzt Gerstmann in täglichem Kontakt mit einem protestantischen Pfarrer steht und im 5. Fall laufend Betstunden abgehalten werden. Nur im letzten Fall, in dem Bericht des Dorfschulzen über seine hilfreichen drei Hausdrachen, fällt dessen eher unabhängige Haltung der Kirche gegenüber – hier ist die katholische gemeint – aus dem Rahmen, wenn er sich etwa äußert: „…de nesewyken Papen mötten dat Muul oock hübsch tohollen, wenn se mich aberlövische Narren heeten wullen“ (Horst, 1825, S. 379). Offensichtlich hat er auch geradezu Spaß an derartigen Spukberichten, denn er schreibt an Prof. Meier: „Ick hebbe Syn Dingelken von den Wirkungen des Teufels auf dem Erdboden mit veel Vergnügen elesen” (Horst, 1825, S. 377).

Dies führt nun weiter zu der Frage nach der bedrohlichen versus freundlichen Natur des Poltergeistes. Es ist aus der Volkskunde und Ethnologie bekannt, daß die außerhalb einer Siedlung umgehenden Geister in der Regel als bedrohlich empfunden wurden, dagegen die sich innerhalb eines Dorfes oder eines Hauses bzw. Stalles aufhaltenden Geister bei allen Völkern grundsätzlich positiv erlebt wurden. Typische Poltergeist-Charakteristika wie Schabernacktreiben lassen sich schon in früherer Zeit bei den Naturgeistern, bei den Walddämonen z.B., entdecken (Bächtold-Stäubli, 1987, Bd. 3, Sp. 478). Viele andere charakteristische Züge von Poltergeistern, so etwa das Klopfen und Steinewerfen, findet man ebenfalls in der reichen Vielfalt mythologischer Formen im Bereich der Volkskunde.

Eine negative Bewertung aller geisterhaften Erscheinungen, die sich nicht dem Wirken von Engeln zuschreiben lassen, setzte erst mit dem Christentum ein. Davon zeugen die seit Luthers Zeiten für den deutschen Sprachraum nachgewiesenen Schimpf-Namen für diesen ursprünglich so freundlich-hilfreichen „geistigen“ Hausgenossen: Der Hauskobold wird zum „Poltergeist“, zum „Fratzteufel“, „Hausteufel“, „Rumor-„ und „Polterteufel“, zum „Teufels-Affen“, „Hexen-“ und „Teufelsgespenst“, er ist nun ein „Drachen“ oder „Draken“, „Spuk-“, „Dreck-“ und „Schreckgeist“, ein „Scheißhäuser“ und „Rabbaudermanneken“ (Horst, 1825, S. 349; Horst, 1830, Bd. l, S. 248; Gerstmann, 1714, S. 3, 13, 17, 99, 119). Er ist ein höllischer Geist.

Aus der deutschen Volkskunde sind uns dagegen die erfreulichen Aspekte dieser koboldartigen Geister überliefert, die kulturweit die größte Gruppe aller Geister ausmachen. So sagt Schott in seiner „Physica curiosa“, die Deutschen würden diese kleinen Geister „Gutelen“ nennen, weil sie den Menschen so gut gesonnen seien (Schott, 1662). Weitere Beispiele für den positiven Charakter der Kobolde werden bei Puhle angeführt (1999, S.304f.; s.a. Puhle, 2000).

Der Hausgeist hat sich also – in einem kausalen oder analogen Zusammenhang mit dem Christentum – von einem Freund in einen Feind des Menschen verwandelt. Diese Verschiebung der ursprünglich im Außen erlebten üblen Geister in den häuslichen Innenbereich spiegelt sich wider in dem Charakteristikum von Spukabläufen: Die Phänomene beginnen mit einem Stein-Bombardement des Hauses von außen und verlagern sich dann langsam nach innen (vgl. die Fälle Nr. l, 2 und 5, d.h. Gerstmann, Heinisch und Fleischer). Diesen Aspekt hatte neben anderen Autoren schon Tizané aufgrund seiner 100 französische Fälle umfassenden Sammlung herausgehoben (1951). Bender bezeichnete das Werfen von Steinen als eine „Drohgebärde“, eine „archaische Form der Aggression“; es sei „transkulturell“ und als Zu-Tode-Steinigen eine barbarische Form der Bestrafung (Bender, 1979, S. 136). Unser Poltergeist ist ein Hausgeist, der seine Identität verloren hat – ein gefallener Engel gleichsam, ein gefallener Hausgeist.

Wegner sagt 1747: „Werde ich gleich nicht bestimmen, was die Gespenster sind, so gedencke [ich] doch darzuthun, daß sie das nicht würcklich sind, oder seyn können, wofür man sie ausgiebt“ (Wegner, 1747, S. 6).

 

Danksagung

Ich bedanke mich sehr herzlich bei Eberhard Bauer für seine Inspiration und Unterstützung bei diesem Projekt sowie bei Adrian Parker für seine hilfreichen Kommentare zum Text.

(Anschrift der Verfasserin: Dr. Annekathrin Puhle, Gustavsgatan 39, S – 41669 Göteborg, Schweden)

Summary

Six Selected Poltergeist Cases from the 1700s in Germany. – Six unknown or relatively unknown poltergeist cases from the 18th century are presented. The main phenomenological features of these cases are described and found to correspond well with those belonging to modern poltergeist cases. The cases from the 18th century are of special interest because they occurred before the advent of household electricity (limiting the application of an electro-magnetic theory of poltergeist phenomena). A common feature of the early cases is the interpretation of the phenomena in terms of the strong religious belief system of the time contrasting with earlier interpretations, which had been made in the folklore tradition. This contrast is reviewed historically in order to show how in folklore the perception of the poltergeist has changed from that of a friendly spirit to become first an externally threatening agent, finally becoming a domestically threatening agent. This is a progression which is paralleled in the ways which many contemporary RSPK-cases develop. This historical perspective on poltergeists rnay help us to understand the role of that belief has in the form which poltergeist and haunting cases take.

 

Literaturverzeichnis

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